Bewegungsmangel sowie starre bis eintönige Haltungen gelten als Hauptprobleme moderner Büroarbeit, die meist im Sitzen durchgeführt wird. Doch sie betreffen ebenso die vielen industriell geprägten Arbeitsprozesse, die im Stehen geleistet werden.

Viele Beschwerden der aktuellen Arbeitswelt – von Kopf- und Gliederschmerzen über Verspannungen und chronische Ermüdungen bis hin zu Bandscheibenproblemen – resultieren aus diesen beiden Problemquellen.

Moderne Betriebe und Firmen wissen: Gesunde und zufriedene Angestellte und Arbeiter leisten mehr und bleiben länger. Gesundheit, humaner Blickwinkel und Leistungsforderung stellen in dieser Perspektive nicht automatisch einen Widerspruch dar, sie ergänzen sich vielmehr.

Die gesundheitliche Optimierung sitzender und stehender Arbeit nützt allen und wirkt sich soziologisch gehen positiv auf kleine, mittlere und große Systeme aus. Moderne Ergonomie setzt auf Synergie.

Im Folgenden werden ergonomische Aspekte des Sitz- und Steh-Arbeitsplatzes skizziert. Möglichkeiten der Verbesserung werden benannt, um auf der Ebene der Prävention und der Intervention gegen Muskel-Skelett-Erkrankungen anzugehen.

Sitzarbeit und Ergonomie

Die Ergonomie am Arbeitsplatz betrifft beim klassischen Thema der Büroarbeit zunächst die Optimierung des Sitzens.

Eine gesunde Position nicht nur ermöglichen, sondern selbige fördern und gleichzeitig viel Freiraum für Bewegung lassen; genau in diesem Anforderungsspektrum bewegen sich hochwertige ergonomische Sitzprodukte.

Doch was bedeutet das genau?

Was sollte ein ergonomischer Bürostuhl ermöglichen?

Langes Sitzen belastet und genau diese Belastungen für Körper und Geist sollten verringert werden. Konkret formuliert bieten ergonomische Bürostühle folgende Vorteile und Einstellungsoptionen.

Hinweis: Einige der gelisteten Aspekte gelten natürlich auch für Alternativen wie ergonomische Sattelsitze oder Kniehocker.

  1. Die Füße sollten stabil auf dem Boden aufsetzen, die Basis für eine gute Haltung
  2. Idealer Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel: 90°
  3. Die Höhenverstellung nutzen, um den Bürostuhl an die eigenen Körpermaße anpassen, sodass bei aufrechter Haltung die Arme in idealer Postion auf dem Schreibtisch aufliegen
  4. Drehbare Stühle ermöglichen den schnellen Griff zu weiterem Arbeitsmaterial und eignen sich für viele Bewegungen zwischendurch
  5. Flexible und den unteren Rücken stützenden Rückenlehne zur Stabilisierung nutzen
  6. Federung des Stuhls für angenehmes Sitzen
  7. Die Armlehnen sollten sich verstellen und individualisieren lassen

In diesem Zuge sollte nicht vergessen werden, dass auch die beste Haltung dann zum Problem wird, wenn sie immer bzw. invariant eingenommen wird, denn der menschliche Körper verlangt nach Bewegung.

Zusätzlich sollten professionelle Bürositze daher Bewegungsspielraum zum Drehen, Strecken und Beugen lassen und somit Spielraum für aktives Verhalten bieten – Kreislauf, Muskeln und Sehnen werden es spürbar danken.

Ergonomische Anforderungen an einen Steharbeitsplatz

Gelten Phasen der Steharbeit im Büro als sinnvolle und förderliche Abwechslung, so kennen vor allem Fabrik- und Fließbandarbeiter die hohen Belastungen, die durch langes Stehen zustande kommen.

Probleme des monotonen Stehens markieren ein weiteres Themengebiet der Ergonomie.

Die aufrechte Haltung ist die natürliche Position des Menschen im Wachzustand, doch sie ist auf Bewegung ausgelegt. Eine vergleichsweise invariante aufrechte Haltung bei der Arbeit zieht ebenfalls Probleme nach sich, weil die kontinuierliche Überlastungen von Gelenken und Muskulatur perspektivisch Schmerzen evoziert.

Ganz ähnlich wie beim rigiden Sitzverhalten treten nicht selten Kreislaufbelastungen und Blutdruckschwankungen hinzu.

Werden erste Symptome missachtet, berichten nicht wenige Betroffene mittel- und langfristig von Verkrampfungen und Verhärtungen, die sowohl Beine & Rücken, aber auch die Schulterpartie betreffen können.

Die Symptome reduzieren die Qualität der Arbeit und belastenden die betroffenen Menschen körperlich und mental. Nicht zu unterschätzen ist zudem die dadurch erhöhte Sturz- und Ausrutschgefahr.

Bodenmaterial und psychologische Faktoren

Neben der Forderung nach Bewegungsfreiraum, angemessenen Arbeitszeiten, ausgleichendem Sport und Einhaltung der Pausen gilt hier: Weicher Stand auf hartem Böden – und hiermit ist nicht nur stabiles und individuell passendes Schuhwerk gemeint.

Ob Arbeitsplatzmatte oder Antirutschmatte, die Dämpfung puffert die Belastung des Körpers ab. Ihre stabile Beschichtung aus Nitril oder Vinyl beugt zudem Stürzen vor.

Das Prinzip des Nachfederns markiert einen wichtigen Dämpfungsprozess bei der Tätigkeit. Allein die Zeit, die ein durchschnittlicher Steharbeiter im Laufe seines Lebens auf dem Bodenbelag verbringt, verdeutlicht die Relevanz des Untergrundes.

Ein psychologischer Aspekt tritt hinzu: Wer bemerkt, dass die eigene Gesundheit vom Betrieb geschont wird, der fühlt sich respektiert und neigt dazu, sich mehr mit seiner Profession zu identifizieren.

Konkrete Merkmale ergonomischer Steharbeit

Worauf sollte man beim Arbeiten im Stehen Wert legen?

Der Arbeitsplatz sollte eine Höheneinstellung ermöglichen, welche das Stehen in individuell idealer und angenehmer Position erlaubt.

Eindeutige Bedienelemente stellen ebenso einen Standard dar wie ausreichende Beinfreiheit. Neben der Erfüllung der gültigen Gesetze, Normen und Sicherheitsvorschriften ist zudem darauf zu achten, dass genug Fläche für alle Arbeitsschritte und etwaiges Material vorhanden ist.

Extra für Konferenztischtische gilt zudem:

  • Auswahl aus verschiedenen Tischgrößen
  • Mindestens 70 cm Tischkantenlänge pro Person
  • Gute Standposition für jeden Menschen an allen Positionen des Tisches

Fazit

Bewegungsmonotonie und belastende Haltungen stellen Risikofaktoren dar, die sowohl die Sitzarbeit als auch die Steharbeit in einem professionellen Setting betreffen. Ergonomische Interventionen zielen darauf ab, die beste Haltung zu unterstützen, Belastungen zu verringern und gleichzeitig möglichst viel Bewegungsfreiraum zu garantieren.