Arbeit und Gesundheit sinnvoll verbinden, dabei leistungsfähig bleiben, ohne die eigenen Bedürfnisse zu verleugnen. Dieser Zustand ist fast immer das Ziel eines bewusst lebenden Menschen, der zudem effektiv im Beruf arbeiten will.

Die Ergonomie am Arbeitsplatz spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie beschäftigt sich damit, wie Geräte und Arbeitsabläufe des Arbeitslebens optimal angepasst werden können.

Und zwar in der Form, dass sie auf die begrenzte Belastbarkeit des menschlichen Körpers Rücksicht nehmen. Professionelle Arbeitsstellen sollten in dieser Sichtweise einen benutzerfreundlichen, körpergerechten und optimierten Charakter aufweisen.

Der Begriff Ergonomie selbst beinhaltet die griechischen Wörter ergon (Arbeit, Werk) sowie nomos (Gesetz, Regel). Die International Ergonomics Association bestimmt die Ergonomie daher als:

Lehre von der menschlichen Arbeit und die Erkenntnis ihrer Gesetzmäßigkeiten

Ergonomische Verbesserungen spielen im Rahmen des Arbeitsschutzes eine bedeutsame Rolle. Und zwar grundsätzlich dann, wenn eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine entsteht. Wie beispielsweise bei ganz normalen EDV-Tätigkeiten.

Ratgeber Arbeitsplatzergonomie

Wer sich informieren will, dem bietet der Ratgeber zum Thema Ergonomie am Arbeitsplatz eine erste grobe Orientierung und Startbasis. Er vermittelt Tipps und Hinweise, worauf ist zu achten ist.

Besonders Kleinunternehmer können natürlich nicht alles sofort umsetzen: Hier gilt das Prinzip der kleinen Schritte. Jede Verbesserung zahlt sich aus.

Folgende Ratgeberthemen stehen im Vordergrund:

  1. Individuelle Anpassbarkeit von Arbeitsstuhl und Schreibtisch: Idealerweise sind ergonomische Stühle und Schreibtische in der Höhe (und im Winkel) verstellbar, damit die Nutzer eine für sie angenehme und den Rücken schonende Haltung bei der Arbeit einnehmen können. Bürostühle sollten neben viel Bewegungsfreiheit vor allem eine aufrechte und die Wirbelsäule stützende Arbeitsposition sicherstellen.
  2. Gelenkschonende Arbeitsmittel: Das spezielle Design ergonomischer Mäuse und Tastaturen schont Handgelenke, Arm und Muskeln, indem es unnötigen Druck auf Hand und Extremitäten verringert.
  3. Ordnung und Struktur: Besteht ein durchdachtes Ablage- und Verwaltungssystem? Wenn ja, sind alle Fächer für jeden gut erreichbar? Dieser Aspekt erleichtert den Arbeitsfluss, er sorgt dafür, dass der Schreibtisch nicht überfüllt ist und die Menschen ablenkt. Der Arbeitsplatz sollte zudem so gestaltet sein, dass er individuelle Ordnungs- und Anpassungsmöglichkeiten ermöglicht, Ziel ist eine individuelle Adaption an unterschiedliche Bedürfnisse.
  4. Optimierung der Lichtverhältnisse: Die beste ergonomische Beleuchtung am Arbeitsplatz stellt ein gesunder Mix aus Tageslicht, indirekter und direkter Beleuchtung dar, welcher im Idealfall verstellbar ist. Dabei ist es wichtig, dass das Licht seitlich auf den Arbeitstisch fällt und in seiner Stärke dem natürlichen Tageslicht entspricht.
  5. Die Verhaltensebene der Arbeitsplatzergonomie: Jemand, der auf seine Gesundheit bei der Büroarbeit achtet, sollte sich selbst immer wieder überprüfen: “Mache ich genug Pausen, existiert ein Ausgleichssport, leidet die Ernährung unter zu hoher Arbeitsdichte?” All das sind relevante Aspekte, welche auf der Ebene des Verhaltens anzusiedeln sind. Ergonomie reduziert sich somit nicht nur auf das Inventar und die Umgebung, der Mensch selbst ist Teil einer gelingenden Arbeitsplatzgestaltung. So sollte man sich zum Beispiel immer wieder kurz bewegen, um der chronischen Bewegungsarmut im Büro vorzubeugen.
  6. Qualität und Flexibilität der Bildschirme: EDV-Tätigkeiten belasten die Augen. Um so wichtiger ist die Hochwertigkeit der Monitore. Dabei sind Neigungswinkel, Auflösung, gute Kontrastwerte und erneut die Adaption an die individuelle Bedürfnisse entscheidend. Als Basis sind flimmerfreie und gestochen scharfe LCD-Displays zu nennen. Doch deren falsche Aufstellung kann unangenehme Folgen nach sich ziehen: Beachten Sie vor allem die Höhe des Bildschirms im Bezug zum Nutzer. Die Sehachse entspannter Augen ist leicht nach unten geneigt, daher sollte sich die Oberkante des Bildschirms etwas unterhalb der Augenhöhe befinden. Erst dann kann von einer funktionalen und ergonomischen Bildschirmhöhe gesprochen werden.
  7. Arbeitsplatzumgebung optimieren: Luftqualität, Sonnenschutz : Das “Betriebsklima” ist doppelt wichtig, frische Luft ist für die Leistung und das Wohlbefinden ebenso relevant wie eine angemessene Temperatur und Luftfeuchtigkeit. In diesem Zuge ist vor allem im Hochsommer ein Sonnenschutz hilfreich. Hinweis: Auch die Farbkomposition des Arbeitsplatzes kann die Augen beruhigen oder stressen.
  8. Raumgestaltung und Bürogröße: Ein ergonomischer Arbeitsraum bietet möglichst viel Bewegungsfreiheit und Greifräume. Auf physischer und emotionaler Ebene sollten sich die Menschen nie eingeengt fühlen. Zudem ermöglicht ein großzügiger Büroraum, dass Objekte, Arbeitsmaterialien und Hilfsmittel optimal angeordnet werden und stets leicht erreichbar sind. Diese Bewegungsfreiheit hilft dem arbeitenden Menschen dabei, gesund zu bleiben – der Raum als Kontextfaktor spielt somit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ganz konkret wird es als wichtig erachtet, mit dem Bürostuhl zurückfahren zu können, ohne dabei direkt an der Wand, bei einem Kollegen oder einem Schrank zu landen. Ein Büroraum benötigt passende “Auslaufzonen”.
  9. Beinfreiheit: Idealerweise lassen sich zudem beide Beine unter dem Tisch ohne Hindernisse ausstrecken. Je mehr Reck-und Streckraum für die Extremitäten, um so besser für den Kreislauf, Muskeln und Skelett. Hier trifft die Ergonomie erneut auf die konkrete Anordnung des Inventars in einem Büro- und Arbeitszimmer.

Selbstverständlich profitieren die Mitarbeiter in der industriellen Fertigung ebenfalls von ergonomischen Designs wie dem Sitz-Steh-Arbeitsplatz. In allen Situationen, in welchen es der Fertigungsprozess zulässt, sollte man den Wechsel zwischen sitzender und stehender Tätigkeit am Arbeitstisch ermöglichen.

Richtig Sitzen am Computerarbeitsplatz

Besonders die Verbesserung des Sitzens nahm längere Zeit eine große Rolle ein. Es geht bei längeren Aufgaben darum, nicht nach vorne zu kippen, da sonst Nacken, Schultern und Rücken unverhältnismäßig belastet werden.

Die folgende Abbildung zeigt die empfohlene Sitzhaltung und wichtige Abstandswerte an einem modernen Computerrbeitsplatz:

>Ergonomie Bildschirm

Die ergonomisch richtige Sitzhaltung weist besonders am Bildschirmarbeitsplatz eine große Relevanz auf, weil diese dem Nutzer oftmals eine spezielle Haltung aufzwingen.

Dennoch sollte auch die beste Sitzhaltung immer wieder leicht modifiziert und dadurch aktiv gestaltet werden. Die Grafik vermittelt daher eine gute Ausgangsposition, welche aber idealerweise durch regelmäßige Auszeiten, häufig Haltungsvariationen und Phasen des stehenden Arbeitens aufgelockert wird

Ergonomische Forderungen der Arbeitswissenschaft

Als Teildisziplin der Arbeitswissenschaft befasst sich die Ergonomie des Arbeitsplatzes mit der optimalen Anpassung der technischen Geräte und der Umgebung an die werktätigen Menschen.

Die effiziente und fehlerfreie Arbeitsausführung zu gewährleisten, diese Forderung stellt eines der Hauptanliegen dar. Es geht darum, Angestellte und Personal vor gesundheitlichen Schäden zu schützen und gleichzeitig die Qualität der Arbeit zu verbessern.

Humanisierung und Leistung spielen im ergonomischen Kontext zusammen; sie stehen sich nicht antagonistisch gegenüber.

Eine nach ergonomischen Prinzipien optimierte Tätigkeit entspricht folgenden Qualitätsmerkmalen: erträglich, schädigungslos, ausführbar, beeinträchtigungsfrei und persönlichkeitsfördernd.

Die Orientierung an den Bedürfnissen von Individuen ist besonders wichtig, wenn gleiche oder ähnliche Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum vollzogen werden und somit einen chronischen Risikofaktor darstellen

Rechtliche Vorgaben – Arbeitgeber in der Pflicht

Wer sich für die Gesetzgebung und Leitlinien interessiert, trifft auf eine Vielzahl von gesetzlichen Verordnungen zur Ausgestaltung des Tätigkeitsbereiches. Die folgenden Paragraphen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, dienen aber der ersten Orientierung, um sich im Beschäftigungsverhältnis ein gutes Bild machen zu können.

1. Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

  • § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers
  • § 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen
  • § 6 Dokumentation

2. Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)

  • § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen
  • § 5 Täglicher Arbeitsablauf

3. Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

  • § 6 Arbeitsräume, Sanitätsräume, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte
    Normen

Weitere Regelungen bieten diese Normen:

  • DIN EN ISO 9241: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion (Bildschirmarbeitsplätze)
  • DIN EN ISO 10075: Ergonomische Grundlagen psychischer Arbeitsbelastung
Ein modernes Büro

Ergonomischer Arbeitsplatz mit einem modernen Charakter, auch in Räumen mit vielen Menschen lassen sich Optimierungen umsetzen

Vorteile der Ergonomie am Arbeitsplatz (ROI)

Wer Geld für einen besser eingerichtete Arbeitsplatz ausgibt, möchte natürlich etwas zurückbekommen. Das gilt für Betriebe wie für Einzelunternehmer gleichermaßen. Stichwort: Return Of Investment (ROI). Folgender Nutzen liegt auf der Hand:

  • Reduktion Fehltage und Unfallgefahr: Ergonomie bedeutet stets Prävention, sie hilft dabei, typischen Berufserkrankungen vom Start weg zu begegnen. In ergonomisch ausgestatteten Betrieben kommt es daher zu weniger Fehltagen, gleichzeitig reduziert sich die Unfallgefahr. Dadurch verursacht die Produktion weniger Kosten ✓
  • Intervention für mehr Wohlbefinden: Sind bereits Beschwerden vorhanden, unter denen die Menschen während der Arbeit leiden, dann hilft die ergonomische Optimierung des Mobiliars dabei, diese zu reduzieren ✓
  • Höhere Produktivität und Motivation der Mitarbeiter: Die Arbeit geht besser, angenehmer und schneller von der Hand. Diese Effizienz korreliert zudem mit einer höheren Arbeitsmotivation im Job, weil die Mitarbeiter sich wertgeschätzt und ernst genommen fühlen ✓
  • Mitarbeiterbindung: Je zufriedener die Angestellten, um so mehr bauen sie eine positive Bindung zum Betrieb auf. Die Fluktuation und der damit oftmals verbundene Wissensverlust nimmt ab ✓
  • Produktqualität: Je Optimierter die Bedingungen in der Fertigung, desto besser und fehlerfreier das Ergebnis. Mit hochwertigen Produkten steigt die Kundenzufriedenheit und das Markenimage verbessert sich ✓
  • Zukunftssicherheit: Die Gesellschaft wird im Schnitt älter. Ergonomische Arbeitsplätze bieten bereits jetzt eine Antwort auf altersbedingte Anforderungen ✓

Folgen fehlender Ergonomie

Folgt die Arbeitsplatzgestaltung keinen ergonomischen Hilfen und Tipps, dann erhöht sich das Risiko für vielfältige Probleme und Erkrankungen. Sicher entstehen nicht alle Beeinträchtigungen sofort, in mittel- und langfristiger Sicht steigt das Risiko einer Arbeitsplatzerkrankung aber deutlich. Deshalb sollten Nutzer rechtzeitig auf Kleinigkeiten reagieren und diese als Warnsignal ernst nehmen.

Abbildung: Medikamente und Medizin

Je schlechter die Qualität des Arbeitsplatzes, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für Fehlzeiten und Erkrankungen

Probleme und Folgen mangelnder Ergonomie schlagen sich ansonsten in Arbeitsausfällen nieder: Laut Zahlen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) zufolge hängt gut ein Viertel der Arbeitsausfälle mit Schädigungen des Muskel-Skelett-Systems zusammen.

Noch deutlicher wird der Zusammenhang mit fehlender Ergonomie in Verwaltungsberufen: Dort leiden fast 35 Prozent der Beschäftigten unter Kreuzschmerzen. Über Probleme mit dem Nacken klangen rund 50 Prozent der dort tätigen Menschen.

Erkrankungen am Arbeitsplatz

Zu häufigen Symptomen zählen insgesamt Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterleiden, Probleme des Handgelenkes, Spannungsgefühle sowie allgemeines Unwohlsein. Flimmernde Monitore sorgen zusätzlich häufig für Kopfschmerzen, überforderte Augen und Einschränkungen der Konzentration.

Tritt man einen Schritt zurück und blickt auf ein Unternehmen als Ganzes, dann fällt zudem ins Auge, dass eine mangelhafte ergonomische Arbeitsplatzausstattung mit höheren Fehlzeiten, größerer Fehleranfälligkeit, einem als stressig wahrgenommenen Arbeitsklima, geringer Motivation und hoher Fluktuation der Mitarbeiter korreliert.

Für alle Beteiligten gilt: Es ist hilfreich, vor dem Auftreten negativer Folgen auf individueller und organisatorischer Ebene zu handeln. Ergonomie im Betrieb reduziert sich nicht dabei nicht nur auf richtiges Sitzen, sondern thematisiert das gesamte berufliche Setting. Und zwar mit dem Ziel, Gesundheitsschutz mit Prozessoptimierung und Wirtschaftlichkeit zu einen

Zusammenfassender Überblick von arbeitsplatzbedingten Problemen und Symptomen

  • Kopfschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Schulterschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Beschwerden im Arm
  • RSI
  • Arthrose der Hand und der Fingergelenke
  • Kreuzschmerzen
  • Verdauungsbeschwerden
  • Schmerzende und “schwere” Beine
  • Herz-/Kreislaufstörungen
  • Schlechtere Durchblutung des Gehirns
  • Sehstörungen und Reizungen des Sehapparates – Office Eye syndrom
  • Ohrengeräusche
  • Schluckbeschwerden
  • Konzentrationsstörungen und Motivationseinschränkung
  • Leistungsabfall
  • Verminderte Herzleistung
  • Ischias Beschwerden
  • Hämorrhoiden
  • Venen- und Lymphstau
  • Muskelschwund
  • Muskelverkürzung
  • Verlust von Agilität und Beweglichkeit
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Niedergeschlagenheit
  • Beeinträchtigung der Fitness
  • Kognitive (mental-informatorische) Beanspruchung
  • Emotionale, motivationale und soziale Überforderung
Insgesamt lassen sich die Folgen einer nicht ergonomischen Arbeitsumgebung als leistungsmindernd, physisch und psychisch belastend sowie motivationshemmend beschreiben. Sie münden in höheren Fehlzeiten und einer zunehmenden Mitarbeiterfluktuation

Im schlimmsten Fall spielen ungünstige Bedingungen im Job eine gewichtige Rolle bei der Entstehung und Verstärkung von ernsten Erkrankungen. Höhere Fehlzeiten

Neue Themen – Ergonomie im Wandel

Forschung und Diskussion zeigen es immer wieder: Der Begriff der Ergonomie wandelt sich stetig und bekommt durch neue Blickwinkel eine größere Bedeutung. Neben der Ausstattung kann jedermann etwas dazu beitragen, damit die Arbeitswelt humaner und gesünder wird.

Aktivität und Bewegung bei der Arbeit – der eigene Beitrag

Eine gesunde Körperhaltung zu erlernen und umzusetzen, das ist im Joballtag gar nicht so leicht. Optimierte Produkte jeglicher Art (Stühle, Workstation, Kniehocker) ermöglichen natürlich eine spürbar verbesserte Arbeitsposition, doch ohne die Integration der eigenen Verhaltensebene wird das Potenzial nicht voll ausgeschöpft.

Das Problem: Für die Rückenmuskulatur ist es zum Beispiel günstiger & förderlicher, die eigenen Bewegungen und Arbeitshaltungen kontinuierlich zu variieren. Aktivität ist immer besser, als sehr lange Zeit rigide in einer angeblich schonenden Körperhaltung zu verharren.

Eine gute Haltung verliert langfristig ihren positiven Effekt, wenn sie starr eingenommen wird! Somit sind besonders jene ergonomischen Produkte als empfehlenswert zu betrachten, die neben einer guten Position viel Bewegung und körperlichen Freiraum ermöglichen.

Menschen und ihr Körper wollen und müssen bewegt werden, daran ändert ein hochwertig optimiertes Inventar mit einem perfekten Sitz zunächst wenig. Zu einer förderlichen Ausstattung tritt stets die Notwendigkeit, aktiv zu bleiben und die Haltung regelmäßig zu variieren

Dies hat zur Folge, dass sich in den letzten Jahren die Lehrmeinung im Hinblick auf die Büroarbeit gewandelt hat: Eine optimale Haltung ist immer ein Fortschritt, die Forderung nach Bewegung ist dabei kein Gegensatz.

Somit spielt im ergonomischen Fortschritt der Mensch sowie sein Verhalten ebenso eine gewichtige Rolle wie der optimierte Stuhl, Schreibtisch usw. – ein im Idealfall symbiotischer Effekt.

Ganzheitliche Sichtweise der gesunden Arbeitsplatzgestaltung

Die ergonomische Gestaltung der Arbeitssituation in einem Beschäftigungsverhältnis zeigt sich insgesamt als komplexes Thema. Es wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und spiegelt zudem immer die aktuelle gesellschaftliche Diskussion über den Stellenwert des menschlichen Lebens in der Produktion wider

Einige Beispiele für die ganzheitliche Perspektive:

  1. Eine positive Interaktionskultur sowie eine wohltemperierte und Lärm reduzierte Umgebung wirken sich leistungsfördernd aus. Krach, Extremtemperaturen, unangenehme Gerüche und eine konfliktreiche Kommunikation bewirken das Gegenteil – sie gelten als explizite Stressoren.
  2. Arbeitsorganisation und das Personalwesen spielen natürlich ebenfalls in die Qualität des Arbeitsplatzes hinein.
  3. Mitunter gehen einfache und naheliegende Themen verloren: Mitbestimmung, sinnvolles Zeitmanagement, berufliche Perspektiven und eine respektvolle Kommunikation stellen einen integralen Bestandteil des Betriebsklimas dar. Es wirkt sich deutlich auf Wohlbefinden und Motivation aus.

Kindheit und Jugend

Die Forschung widmet sich jetzt auch den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen

Oft vergessen: Auch Kinder und Jugendliche in Schule und Ausbildung sind an ihrem Arbeitsplatz Belastungen ausgesetzt, sie rücken stärker in den Fokus ergonomischer Überlegungen

Derweil rücken bei ergonomischen Überlegungen zur Arbeitsplatzgestaltung verstärkt Kinder und Jugendliche ins Zentrum moderner Ansätze zur körpergerechten Einrichtung des Arbeitsbereiches.

Besonders sie verbringen viel Zeit am Schreibtisch und benötigen durch ihr Wachstum und ihr Temperament geeignetes Inventar, um in Schule und Ausbildung eine faire Chancen zu bekommen. Ein modernes Kinderzimmer beinhaltet mit Schulbeginn oftmals einen Bildschirmarbeitsplatz, dessen richtige Nutzung natürlich erlernt werden will.

Ein Gespür für Körper, Leistung, Humanität und Ausstattung entwickeln, das stellt die Aufgabe der Zukunft dar. Der Aspekt der Prävention spielt für Jungen und Mädchen eine gewichtige Rolle.

Jetzt mit der Ergonomie am Arbeitsplatz anfangen

Fazit: Die Ergonomie des Arbeitsplatzes ist nicht ein für alle Zeiten definierter Begriff, sondern markiert einen auf bessere Gesundheit abzielenden Prozess mit den Menschen diverser Altersstufen im Mittelpunkt. Viele Ideen entwickeln sich noch, manche Ansätze benötigen Zeit, um sich zu etablieren.

Abbildung: eine optimiete und moderne Büroarbeitstelle

Im Idealfall hält die Ergonomie in den Alltag Einzug, gilt als gesunde Selbstverständlichkeit – sowohl in der Firma als auch im Home Office

Jeder, ob Firma oder Selbstständiger zu Hause, kann daran teilhaben. Der körperorientierte und optimierte Arbeitsplatz entwickelt sich zu einem bedeutsamen Faktor wirtschaftlich-durchdachten Arbeitens. Die zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung eint den Leistungsgedanken mit humanen Prinzipien.

Oft entpuppt sich im Berufsalltag der Start als schwierigster Schritt einer zeitgemäßen Arbeitsplatzgestaltung. Nicht selten wird das sensible Thema erst dann behandelt wird, “wenn Zeit dafür ist” oder massiv von den Mitarbeitern über Gesundheitsprobleme geklagt wird.

Interesse am Komplex Ergonomie, das signalisierte eine generelle Offenheit in Hinblick auf die produktive Koexistenz von Arbeit, Leistung und menschlichen Gesundheitsbedürfnissen

Wer als Individuum nicht nur auf seinen Arbeitsoutput, sondern zudem sensibel auf sein gesundheitliches Wohlbefinden achtet, leistet seinen Anteil, damit das Arbeitsverhältnis erfolgreich länger besteht.

Mitunter schreckt das komplexe Themenfeld vor allem Mittelständler ab, weil für kleine Betriebe und Selbstständige nicht alles sofort machbar ist. Wer ein nutzerfreundliches und zeitgemäßes Bürozimmer als Zielvision versteht, lässt sich davon nicht so leicht abbringen. Man informiert sich, beginnt anschließend mit kleinen Änderungen, evaluiert diese und bleibt umgangssprachlich formuliert “am Ball”.

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Bloggrafik
Hintergrundinformationen, Wissenswertes, neue Entwicklungen und praktische Hilfen aus dem Arbeitsleben vermittelt der Blog der Ergonomie Website
Grafik: Ergonomische Angebote
Konkrete Angebote unter der Lupe: Die ergonomischen Arbeitsplatzhelfer werden in Hinblick auf konkreten Nutzen und ihre anvisierte Zielgruppe diskutiert und genau analysiert