Ergonomie befasst sich mit der Optimierung der Gestaltung einer Arbeitsumgebung. Das betrifft alle Bereiche wie die Sitzgelegenheit, die Beleuchtung sowie die Bereitstellung der notwendigen Werkzeuge. Zu diesen gehört natürlich für alle Computernutzer die Software, die den Nutzer bei der Verarbeitung von Informationen unterstützen soll. Grundlegend für Software-Ergonomie ist die Tatsache, dass ein menschlicher Nutzer nur dann produktiv arbeiten kann, wenn die Software seine Tätigkeit effektiv unterstützt.

Was versteht man unter Software-Ergonomie?

  • Der Computer als Gerät legt die körperliche Umgebung des Nutzers fest. Diese umfasst beispielsweise Bildschirmgröße, die Tastatur und andere technische Einzelheiten.
  • Die Software bestimmt in wesentlichem Ausmaß, wie der Computer Informationen für den Benutzer darstellt und wie diese vom Benutzer eingegeben werden müssen.
  • Das Ziel der Software-Ergonomie ist die Anpassung des Designs der Software auf die Eigenschaften des Benutzers. Dazu gehören körperliche Merkmale wie der Sehsinn sowie das Verständnis, Kenntnisse, die Farbwahrnehmung und das Gedächtnis.
  • Für die Umsetzung ihrer Ziele stützt sich die Software-Ergonomie auf Informatik, Psychologie und Design. Als einfaches Beispiel kann die Beobachtung gelten, dass ein kleines i schwieriger anzuklicken ist als ein M, weil der kleine Buchstabe auf dem Bildschirm sehr schmal dargestellt wird.

Welche gesetzlichen Verordnungen spielen eine Rolle?

Mängel im Bereich der Software-Ergonomie können nicht nur die Leistung von Mitarbeitern reduzieren, sondern auch deren Gesundheit gefährden. Zur Vermeidung dieser negativen Effekte wurden gesetzliche Regelungen verabschiedet. Was früher Bildschirmarbeitsverordnung genannt wurde, ist heute als Arbeitsstättenverordnung geltendes Recht.

Zur Einhaltung der relevanten Bestimmungen sind aktuelle und vollständige Informationen notwendig. Diese werden unter anderem in der Fachdatenbank Haufe Arbeitsschutz Office Professional zur Verfügung gestellt. Neben ständig aktualisierten Informationen über die Rechtslage wird der Benutzer auch bei der Umsetzung der Bestimmungen unterstützt. Die Datenbank bietet Checklisten, Formulare, Musterberichte und online Seminare.

Welche Prüfkriterien gibt es bezüglich Software-Ergonomie?

Mindeststandards für Software-Ergonomie werden im Anhang 6 zur Arbeitsstättenverordnung festgelegt. Weiter konkretisiert werden diese Regelungen durch die DIN EN ISO 9241 Teil 110 “Grundsätze der Dialoggestaltung”. In dieser werden sieben Prüfkriterien für Software festgelegt. Dazu gehört die Selbstbeschreibungsfähigkeit. Damit ist gemeint, dass dem Benutzer in einem Dialog mit dem Computer der jeweils nächste Schritt klar sein soll.

Weitere Kriterien sind – neben der fast selbstverständlichen Aufgabenangemessenheit – die Erwartungskonformität, Lernförderlichkeit, Steuerbarkeit, Fehlertoleranz und Individualisierbarkeit. Diese Themen erfüllen selbst die Bedingung der Selbstbeschreibung.

Welche Vorteile existieren?

Die Einhaltung der Grundsätze der Software-Ergonomie verhindert zum Ersten rechtliche Probleme. Diese Grundsätze sind aber keinesfalls nur bürokratische Hürden, welche den Unternehmen auferlegt werden. Eine Nichteinhaltung hat Folgen für die Arbeitsleistung und für die Gesundheit der Mitarbeiter.

Nur eine ergonomisch sinnvoll gestaltete Software kann den Menschen bei seinen Aufgaben wirksam und effizient unterstützen. Ergonomische Software lässt Mitarbeiter bessere Leistungen erbringen und bedeutet weniger Aufwand bei ihrer Einschulung. Die Motivation steigt und Ausfälle aufgrund von gesundheitlichen Problemen sinken.