Arbeit und Gesundheit sinnvoll verbinden, dabei leistungsfähig bleiben, ohne die eigenen Bedürfnisse zu verleugnen. Dieser Zustand ist fast immer das Ziel eines bewusst lebenden Menschen, der zudem effektiv im Beruf arbeiten will.

Die Ergonomie am Arbeitsplatz spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie beschäftigt sich damit, wie Geräte und Arbeitsabläufe des Arbeitslebens optimal angepasst werden können, sodass sie auf die die Belastbarkeit des menschlichen Körpers Rücksicht nehmen. Professionellen Arbeitsstellen sollten einen möglichst benutzerfreundlichen, körpergerechten und optimierten Charakter aufweisen.

Insgesamt spielt die mittel- und langfristige Sichtweise ein Rolle. Kurzfristige, zeitlich begrenzte Belastungen, etwa bei ungünstigen Temperaturen an sehr heißen Tagen, sind meist leicht zu kompensieren.

Hingegen wirken sich die langfristigen Folgen einer nicht ergonomischen Arbeitsumgebung leistungsmindernd, physisch und psychisch belastend sowie oft motivationshemmend aus. Im schlimmsten Fall spielen ungünstige Bedingungen im Job eine gewichtige Rolle bei der Entstehung und Verstärkung von diversen Erkrankungen.

Durchaus mit Folgen, wie eine Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation zeigt: So verlieren die deutschen Unternehmen mit Büroarbeitsplätzen durch den Verzicht auf ergonomische Schreibtische, Stühle oder Bildschirme nahezu 36 % ihrer potenziellen Leistung.

Arbeitsplatzergonomie im Büro und zu Hause – jetzt informieren und anfangen

Zahlreiche Faktoren können der Arbeitsleistung im Arbeitsverhältnis und dem Wohlbefinden zu- oder auch abträglich sein.

Während ergonomisch orientierte Großbetriebe meist alle Aspekte bedenken, gilt für Selbstständige zu Hause und daheim Tätige oft das Prinzip der kleinen Schritte.

Wer anfangen möchte, seinen Bildschirmarbeitsplatz zu verbessern, findet auf dieser Website Tipps & Artikel, um sich grundlegend zu informieren. Dazu treten genau beschriebene Angebote, die verglichen und diskutiert werden.

Nicht alles ist zu Hause oder im Rahmen eines Beschäftigungsverhältnisses finanziell sofort machbar, aber selbst erste Änderungen können gesundheitliche Fortschritte bewirken.

Jeder Schritt zählt, denn statistisch gesehen lässt sich jede vierte Krankschreibung im Beruf auf diverse Probleme am Muskel-Skelett-System zurückführen – ein sehr hoher Wert.

Abbildung: eine optimiete und moderne Büroarbeitstelle

Im Idealfall hält die Ergonomie in den Alltag Einzug, gilt als gesunde Selbstverständlichkeit,sowohl in der Firma als auch im Home Office

Was bedeutet Ergonomie eigentlich?

Für Neulinge ergibt sich anfangs oft die Frage, was Ergonomie eigentlich genau darstellt und konkret bedeutet. Als Teildisziplin der Arbeitswissenschaft befasst sich die Ergonomie mit der optimalen Anpassung der technischen Geräte und der Umgebung an die werktätigen Menschen.

Eine effiziente und fehlerfreie Arbeitsausführung zu gewährleisten, stellt eines der Hautanliegen dar. Das Personal sowie die Tätigen zu Hause sollen Tag für Tag vor gesundheitlichen Schäden geschützt werden, Stichwort: Humanisierung.

Die Orientierung an den Bedürfnissen von Individuen ist besonders wichtig, wenn gleiche oder ähnliche Tätigkeiten über einen längeren Zeitraum vollzogen werden. Um so dringender der bestmögliche Schutz und der an den menschlichen Ansprüchen orientierte Charakter einer professionellen Tätigkeit.

Der Begriff Ergonomie beinhaltet die griechischen Wörter ergon (Arbeit, Werk) sowie nomos (Gesetz, Regel). Die International Ergonomics Association definiert daher die Ergonomie als:

Lehre von der menschlichen Arbeit und die Erkenntnis ihrer Gesetzmäßigkeiten

Aspekt Gesundheitsschutz

Einen wichtigen Bereich in der Ergonomie-Diskussion nimmt der Gesundheitsschutz ein. Denn all zu oft zwingen Maschinen den Menschen statische Körperhaltungen auf.

Viele Angestellte in EDV-Berufen wie auch an Maschinen arbeiten täglich unter sogenannten Zwangshaltungen. Dieser Begriff wird genutzt, wenn Mitarbeiter nur sehr reduzierte Möglichkeiten haben, sich bei ihrer Tätigkeit zu bewegen.

Präzise formuliert handelt es sich um statische Körperhaltungen mit einer Dauer von über vier Sekunden, welche durch eine angespannte Muskulatur ohne die Chance auf Entspannung charakterisiert sind. Beispiele: langes Sitzen oder Stehen, Tätigkeiten in der Hocke, auf Knien, in der Rumpfbeuge, im Liegen oder über Schulterniveau. Dabei werden diverse Teile des Muskel-Skelett-Systems überlastet.

Genau dies, gilt es zu vermeiden, daher spielen ergonomische Verbesserungen Rahmen des Arbeitsschutzes eine entscheidende Rolle ein. Und zwar grundsätzlich dann, wenn eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine entsteht, wie bereits bei ganz normalen EDV-Tätigkeiten.

Ziele ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung

Moderne Arbeitsplätze einen den Leistungsgedanken mit dem Schutz der geschulten Arbeiter. Eine professionelle Arbeitsplatzausstattung passt die Bedingungen den individuellen Anforderungen an, dadurch nehmen einseitige Belastungen sowie die Unfallgefahr ab. Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren daher von einer höchstmöglichen Arbeitssicherheit.

Eine qualitativ hochwertige Gestaltung der Arbeits- und Büroräume wirkt Beschwerden entgegen und hat den Menschen mit seinen Bedürfnissen sowie die Verbesserung der Effizienz im Auge. Ein optimierter und benutzerfreundlicher Bildschirmarbeitsplatz kann zum Beispiel in IT-Betrieben als Indikator für Professionalität gesehen werden.

Die optimale Anpassung der Mittel an die Aufgaben ist das Kernthema der Arbeitsablaufoptimierung und stellt die Basis für eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität dar.

Es gilt zudem allgemein die Erkenntnis von Forschungen aus der Arbeitswissenschaft, dass vor allem gesunde, stabile und zufriedene Arbeitnehmer bzw. Arbeiter über einen längeren Zeitraum gute bis sehr gute Leistungen bringen. Daher gewinnt ein Unternehmen perspektivisch an Wirtschaftlichkeit, wenn es auf die ideale Symbiose von Mensch und Arbeitsmitteln achtet. Eine klassische Win-Win-Situation.

Zusammengefasst lassen sich, bildlich formuliert, die Zielvorstellungen der Arbeitsplatzergonomie in einem Dreieck mit den Eckpunkten Humanität, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit verorten.

Vorteile für Arbeitnehmer

  • Körperliche Vorteile: Vermeidung monotoner Haltungen und Bandscheibenüberlastungen – Aktivierung des Herz-Kreislauf- und des vegetativen Nervensystems, Vorbeugung gegen Muskelinaktivitäten
  • Weniger Krankheitstage, generell geringere chronische gesundheitliche Beschwerden – bessere Lebensqualität
  • Kognitiv-emotionale Effekte: Zufriedenheit, Gesundheit & Motivation – Schutz vor Abensistmus
  • Niedrigere Arbeitsbelastung
  • Freude an der Arbeit kehrt zurück
  • Größere geistige Leistungsfähigkeit
  • Die Mitarbeiter spüren mehr Wertschätzung und Respekt
  • Langfristige Perspektive, welche mehr Planungssicherheit für alle Beteiligten bedeutet
  • Nutzen für Arbeitgeber

    • Gesteigerte Leistung, Effektivität und Effizienz
    • Verbesserte Produkt- und Dienstleistungsqualität
    • Weniger Verluste durch Krankheitstage
    • Ergonomisch eingerichtete Arbeitsplätze sparen Zeit und reduzieren die Fehlerquote
    • Verbessertes Betriebsklima (Kommunikation & Kooperation) und langfristige Bindung wichtiger Mitarbeiter
    • Allgemein: Die humane Gestaltung des Arbeitsplatzes gilt als Teil der Prozessoptimierung in Betrieben und wirkt sich das Image aus

    Prävention und Intervention

    Garantiert die inhaltliche Kompetenz, dass man in seinem Job bzw. in seinem Arbeitsverhältnis seine Berufung gefunden hat und somit motiviert arbeitet, so erhält und verbessert die ergonomische Optimierung diese Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig schützt die körpergerechte Gestaltung der Arbeitsmittel die Gesundheit des Nutzers.

    Die Investitionen in ein gesundes Büro und einen hochwertigen Bildschirmarbeitsplatz fördern und motivieren nicht nur die Arbeitnehmer, sondern generieren auch für den Arbeitgeber positive Effekte. Gesunde und zufriedene Mitarbeiter bewirken bessere Resultate und leisten damit einen wichtigen Anteil beim Gewinn eines Betriebes.

    Somit wohnen ergonomischen Gesichtspunkten immer die Aspekte Intervention und Prävention inne. Sie haben eine grundsätzliche Bedeutung für die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter eines Unternehmens. Stichwort: Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz.

    Ergonomische Forderungen der Arbeitswissenschaft

    Ziel ist es aus Sicht der Arbeitswissenschaften, dass eine nach ergonomischen Prinzipien optimierte Tätigkeit folgende Qualitätskriterien erfüllt:

    • erträglich
    • schädigungslos
    • ausführbar
    • beeinträchtigungsfrei
    • persönlichkeitsfördernd

    Rechtliche Vorgaben – Arbeitgeber in der Pflicht

    Wer sich für die Gesetzgebung und Leitlinien interessiert, trifft auf eine Vielzahl von gesetzlichen Verordnungen zur Ausgestaltung des Tätigkeitsbereiches. Die folgenden Paragraphen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, dienen aber der ersten Orientierung, um sich im Beschäftigungsverhältnis ein gutes Bild machen zu können.

    1. Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

    • § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers
    • § 5 Beurteilung der Arbeitsbedingungen
    • § 6 Dokumentation

    2. Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharbV)

    • § 3 Beurteilung der Arbeitsbedingungen
    • § 5 Täglicher Arbeitsablauf

    3. Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)

    • § 6 Arbeitsräume, Sanitätsräume, Pausen- und Bereitschaftsräume, Erste-Hilfe-Räume, Unterkünfte
      Normen

    Weitere Regelungen bieten diese Normen:

    • DIN EN ISO 9241: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion (Bildschirmarbeitsplätze)
    • DIN EN ISO 10075: Ergonomische Grundlagen psychischer Arbeitsbelastung

    Die ganzheitliche Sichtweise – weitere Einflüsse am Arbeitsplatz

    Die ergonomische Gestaltung der Arbeitssituation in einem Beschäftigungsverhältnis zeigt sich somit als komplexes Thema, das im Blog immer wieder aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird. Einige Beispiele für die ganzheitliche Perspektive:

    1. Eine positive Interaktionskultur sowie eine wohltemperierte und Lärm reduzierte Umgebung wirken sich leistungsfördernd aus. Krach, Extremtemperaturen, unangenehme Gerüche und eine konfliktreiche Kommunikation bewirken das Gegenteil – sie gelten als explizite Stressoren.
    2. Arbeitsorganisation und das Personalwesen spielen natürlich ebenfalls in die Qualität des Arbeitsplatzes hinein.
    3. Mitunter gehen einfache und naheliegende Themen verloren: Mitbestimmung, sinnvolles Zeitmanagement, berufliche Perspektiven und eine respektvolle Kommunikation stellen einen integralen Bestandteil des Betriebsklimas dar. Es wirkt sich deutlich auf Wohlbefinden und Motivation aus.

    Folgen unzureichender Arbeitsplatzgestaltung

    Folgt die Arbeitsgestaltung keinen ergonomischen Hilfen und Tipps, dann erhöht sich das Risiko für vielfältige Probleme und Erkrankungen. Sicher entstehen nicht alle Beeinträchtigungen sofort, in mittel- und langfristiger Sicht steigt das Risiko einer Arbeitsplatzerkrankung aber deutlich. Deshalb sollten Nutzer rechtzeitig auf Kleinigkeiten reagieren und diese als Warnsignal ernst nehmen.

    Probleme und Folgen mangelnder Ergonomie schlagen sich ansonsten in Arbeitsausfällen nieder: Laut Zahlen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) zufolge hängt gut ein Viertel der Arbeitsausfälle mit Schädigungen des Muskel-Skelett-Systems zusammen.

    Noch deutlicher wird der Zusammenhang mit fehlender Ergonomie in Verwaltungsberufen : Dort leiden fast 35 Prozent der Beschäftigten unter Kreuzschmerzen, Über Nackenschmerzen klangen rund 50 Prozent.

    Zu häufigen Symptomen zählen insgesamt Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Schulterleiden, Probleme des Handgelenkes, Spannungsgefühle sowie allgemeines Unwohlsein. Flimmernde Monitore sorgen zusätzlich häufig für Kopfschmerzen, überforderte Augen und Einschränkungen der Konzentration.

    Tritt man einen Schritt zurück und blickt auf ein Unternehmen als Ganzes, dann fällt zudem ins Auge, dass eine mangelhafte ergonomische Arbeitsplatzausstattung mit höheren Fehlzeiten, größerer Fehleranfälligkeit, einem als stressig wahrgenommenen Arbeitsklima, geringer Motivation und hoher Fluktuation der Mitarbeiter korreliert.

    Für alle Beteiligten gilt: Es ist hilfreich, vor dem Auftreten negativer Folgen auf individueller und organisatorischer Ebene zu handeln. Ergonomie im Betrieb reduziert sich nicht dabei nicht nur auf richtiges Sitzen, sondern thematisiert das gesamte berufliche Setting. Und zwar mit dem Ziel, Gesundheitsschutz mit Prozessoptimierung und Wirtschaftlichkeit zu einen.

    Zusammenfassender Überblick negativer Wirkungen

    • Kopfschmerzen
    • Nackenschmerzen
    • Schulterschmerzen
    • Rückenschmerzen
    • Beschwerden im Arm
    • RSI
    • Arthrose der Hand und der Fingergelenke
    • Kreuzschmerzen
    • Verdauungsbeschwerden
    • Schmerzende und „schwere“ Beine
    • Herz-/Kreislaufstörungen
    • Schlechtere Durchblutung des Gehirns
    • Sehstörungen und Reizungen des Sehapparates – Office Eye syndrom
    • Ohrengeräusche
    • Schluckbeschwerden
    • Konzentrationsstörungen und Motivationseinschränkung
    • Leistungsabfall
    • Verminderte Herzleistung
    • Ischias Beschwerden
    • Hämorrhoiden
    • Venen- und Lymphstau
    • Muskelschwund
    • Muskelverkürzung
    • Verlust von Agilität und Beweglichkeit
    • Allgemeines Unwohlsein
    • Niedergeschlagenheit
    • Beeinträchtigung der Fitness
    • Kognitive (mental-informatorische) Beanspruchung
    • Emotionale, motivationale und soziale Überforderung

    Ratgeber: Ergonomie am Arbeitsplatz

    Wer sich informieren will, dem bietet der Ratgeber zum Thema Ergonomie eine erste grobe Orientierung und Startbasis. Er vermittelt Tipps und Hinweise – worauf ist zu achten, was ist vorhanden, was nicht?

    Folgende Ratgeberthemen stehen im Vordergrund:

    1. Individuelle Anpassbarkeit des Mobiliars: Idealerweise sind Stühle und Arbeitstische in der Höhe (und im Winkel) verstellbar, damit die Nutzer eine für sie angenehme und den Rücken schonende Haltung bei der Arbeit einnehmen können. Bürostühle sollten neben viel Bewegungsfreiheit vor allem eine aufrechte und die Wirbelsäule stützende Arbeitsposition sicherstellen.
    2. Gelenkschonende Arbeitsmittel: Das spezielle Design ergonomischer Mäuse und Tatstaturen schont Handgelenke, Arm und Muskeln, indem es unnötigen Druck auf Hand und Extremitäten verringert.
    3. Ordnung und Struktur: Besteht ein durchdachtes Ablage- und Verwaltungssystem? Wenn ja, sind alle Fächer für jeden gut erreichbar? Dieser Aspekt erleichtert den Arbeitsfluss, er sorgt dafür, dass der Schreibtisch nicht überfüllt ist und die Menschen ablenkt. Der Arbeitsplatz sollte zudem so gestaltet sein, dass er individuelle Ordnungs- und Anpassungsmöglichkeiten ermöglicht, Ziel ist eine individuelle Adaption an unterschiedliche Bedürfnisse.
    4. Optimierung der Lichtverhältnisse: Die beste ergonomische Beleuchtung am Arbeitsplatz stellt ein gesunder Mix aus Tageslicht, indirekter und direkter Beleuchtung dar, welcher im Idealfall verstellbar ist. Dabei ist es wichtig, dass das Licht seitlich auf den Arbeitstisch fällt und in seiner Stärke dem natürlichen Tageslicht entspricht.
    5. Die Verhaltensebene der Arbeitsplatzergonomie: Jemand, der auf seine Gesundheit bei der Büroarbeit achtet, sollte sich selbst immer wieder überprüfen: „Mache ich genug Pausen, existiert ein Ausgleichssport, leidet die Ernährung unter zu hoher Arbeitsdichte?“ All das sind relevante Aspekte, welche auf der Ebene des Verhaltens anzusiedeln sind. Ergonomie reduziert sich somit nicht nur auf das Inventar und die Umgebung, der Mensch selbst ist Teil einer gelingenden Arbeitsplatzgestaltung. So sollte man sich zum Beispiel immer wieder kurz bewegen, um der chronischen Bewegungsarmut im Büro vorzubeugen.
    6. Qualität und Flexibilität der Bildschirme: EDV-Tätigkeiten belasten die Augen. Um so wichtiger ist die Hochwertigkeit der Monitore. Dabei sind Neigungswinkel, Auflösung, gute Kontrastwerte und erneut die Adaption an die individuelle Bedürfnisse entscheidend. Als Basis sind flimmerfreie und gestochen scharfe LCD-Displays zu nennen. Doch deren falsche Aufstellung kann unangenehme Folgen nach sich ziehen: Beachten Sie vor allem die Höhe des Bildschirms im Bezug zum Nutzer. Die Sehachse entspannter Augen ist leicht nach unten geneigt, daher sollte sich die Oberkante des Bildschirms etwas unterhalb der Augenhöhe befinden. Erst dann kann von einer funktionalen und ergonomischen Bildschirmhöhe gesprochen werden.
    7. Luftqualität, Sonnenschutz und Pausen: Das „Betriebsklima“ ist doppelt wichtig – werden Pausen- und Arbeitszeiten eingehalten, bekommen die Menschen die nötige Erholung und somit den wichtigen Ausgleich zur professionellen Tätigkeit? Frische Luft ist für die Leistung und das Wohlbefinden ebenso wichtig, wie eine angemessene Temperatur und Luftfeuchtigkeit. In diesem Zuge ist vor allem im Hochsommer ein Sonnenschutz hilfreich. Hinweis: Auch die Farbkomposition des Arbeitsplatzes kann die Augen beruhigen oder stressen.
    8. Raumgestaltung und – größe: Ein ergonomischer Arbeitsraum bietet möglichst viel Bewegungsplatz und Greifräume. Auf physischer und emotionaler Ebene sollten sich die Menschen nie eingeengt fühlen. Zudem ermöglicht ein großzügiger Büroraum, dass Objekte, Arbeitsmaterialien und Hilfsmittel optimal angeordnet werden und stets leicht erreichbar sind. Diese Bewegungsfreiheit hilft dem arbeitenden Menschen dabei, gesund zu bleiben – der Raum als Kontextfaktor spielt somit eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ganz konkret wird es als wichtig erachtet, mit dem Bürostuhl zurückfahren zu können, ohne dabei direkt an der Wand, bei einem Kollegen oder einem Schrank zu landen. Ein Büroraum benötigt passende „Auslaufzonen“.
    9. Reck- und Streckmöglichkeiten: Idealerweise lassen sich zudem beide Beine unter dem Tisch ohne Hindernisse ausstrecken. Je mehr Reck-und Streckraum für die Extremitäten, um so besser für den Kreislauf, Muskeln und Skelett. Hier trifft die Ergonomie erneut auf die konkrete Anordnung des Inventars in einem Büro- und Arbeitszimmer.

    Selbstverständlich profitieren die Mitarbeiter in der industriellen Fertigung ebenfalls von ergonomischen Designs wie dem Sitz-Steh-Arbeitsplatz. In allen Situationen, in welchen es der Fertigungsprozess zulässt, sollte man den Wechsel zwischen sitzender und stehender Tätigkeit am Arbeitstisch ermöglichen.

    Ein modernes Büro

    Ergonomischer Arbeitsplatz mit modernem Charakter, auch in Räumen mit vielen Menschen lassen sich Optimierungen umsetzen

    Ergonomie Checkliste – PDF Download

    Folgende stichwortartige Checkliste der Ergonomie besitzt einen pragmatischen Charakter. Sie soll auch Heimarbeitern ergonomische Anregungen geben, was eventuell verbessert werden kann.

    Basierend auf den obigen Empfehlungen des Ratgebers, lässt sich nun Schritt für Schritt prüfen, inwieweit die eigene Arbeitsplatzgestaltung ergonomischen Kriterien entspricht, wo offenkundige Defizite liegen und welche Arbeitsprozesse sich noch optimieren lassen.

    Die Ergonomie-Checkliste ist zudem als PDF-Download verfügbar:
    Downloadlink: Checkliste Ergonomie – der ergonomische Arbeitsplatz

    Mit Rechtsklick „Ziel speichern unter“ wählen und downloaden.

    Bildschirmergonomie

    • Beim Betrachten der höchsten Zeile auf dem Bildschirm darf der Kopf maximal um 35° geneigt werden
    • Hinter dem Bildschirm sollte kein Fenster sondern eine reizarme Wand mit dezenten, unaufdringlichen Farben sein
    • Ein Bildschirmarbeiter sollte direkt auf den Bildschirm schauen können
    • Der Monitor muss sich individuell anpassen lassen (Schriftgröße, Helligkeit, Kontrast)
    • Schwarze Schrift auf hellem Grund verwenden, gute, aber nicht zu „kreischende“ Kontraste nutzen
    • Sind kleine Schriften gut lesbar?
    • Für physische Schriftstücke sollte eine Halterung neben dem Bildschirm angebracht sein

    Bedingungen des Arbeitsraumes

    1. Fenster rechts und/oder links der Arbeitsplätze, seitlichen Lichteinfall von natürlichem Licht sicherstellen
    2. Gleichmäßige Ausleuchtung des Büros vorhanden?
    3. Die Lichtquellen sollten sich seitlich vom Monitor oder direkt über dem Bildschirm befinden und nicht blenden
    4. Sonnenschutz vorhanden?
    5. Lassen sich die Fenster öffnen oder kippen?
    6. Wurde im Raum für Grünpflanzen gedacht, ist ein Luftreiniger vorhanden?
    7. Ist der Arbeitsraum für die arbeitenden Menschen angenehm und mit möglichst neutralen, gedeckten Farben gestaltet?

    Check von Tastatur & Maus

    • Ergonomische Maus vorhanden?
    • Arme beim Tippen im rechten Winkel zum Oberkörper ablegbar?
    • Die Tastatur sollte ohne Armunterlage maximal 3 cm hoch sein
    • 5-10 cm Platz vor der Tastatur zur Ablage der Handballen vorhanden?
    • Tasten leicht zu drücken und Beschriftung der Tastatur gut lesbar?
    • Der Unterarm sollte bei der Bedienung der Maus problemlos auf dem Tisch aufliegen können

    Check: der ergonomische Schreibtisch

    1. Ist ausreichend Platz für alle relevanten Arbeitsgeräte (z.B. Telefon) auf dem Schreibtisch sichergestellt?
    2. Ist der Schreibtisch stabil und robust?
    3. Ist genügend Beinfreiheit gegeben?
    4. Können die Unterarme problemlos auf dem Tisch aufliegen?
    5. Sinnvolles Ablagesystem vorhanden und leicht zu erreichen?
    6. Scharfe Kanten und Ecken sollten nicht vorhanden oder mindestens abgeklebt sein
    7. Ideale Höhe der Tischplatte beträgt im Schnitt 75 cm, alternativ: ein höhenverstellbarer Schreibtisch für die individuelle Anpassung
    8. Werden der Schreibtisch und die Arbeitsgeräte regelmäßig gereinigt?
    9. Vermeiden Sie unnötige Utensilien auf dem Schreibtisch, Reduktion auf Relevantes

    Der ergonomische Bürostuhl

    • Die Füße sollten stabil auf dem Boden aufsetzen
    • Idealer Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel: 90°
    • Rollen an Bodenbelag angepasst? Laminat verlangt weiche Rollen, ein Teppich harte Rollen
    • Höhenverstellbarkeit des Bürostuhls?
    • Lässt sich der Sitz drehen?
    • Flexible Rückenlehne vorhanden?
    • Ist der Arbeitsstuhl gefedert?
    • Die Armlehnen sollten sich verstellen lassen

    Professionelles ergonomisches Büro – funktioniert alles?

    • Keine klemmenden Schubladen oder defektes Inventar
    • Ablagefläche gut und schnell zugänglich?
    • Sind hohe Ablageflächen ungefährlich zu erreichen, stabiler Hocker vorhanden?

    Verhalten und Unterstützung der Mitarbeiter

    1. Sehhilfe sinnvoll oder nötig?
    2. Regelmäßig Übungen zur Entspannung der Augen durchführen
    3. Häufige Bewegung/Auflockerungsübungen durchführen
    4. Monotone Haltung vermeiden: regelmäßiges Verändern der Sitzposition oder sogar einige Zeit im Stehen arbeiten
    5. Telefonhörer nicht zwischen Kopf und Schulter klemmen
    6. An regelmäßige Pausen denken, idealerweise mit Bewegung an der Frischluft
    7. Die Beine sollten wegen der zwangsläufig schlechten Durchblutung nicht übereinander geschlagen werden

    Hinweis: Selbst kleine Änderungen können das Wohlbefinden und die Effektivität spürbar verbessern.

    Das gesamte Themenfeld ist in Bewegung, denn die verfügbare Technik ändert sich stetig und neue Möglichkeiten des ergonomischen Designs werden durch aktuelle Studien und Forschungsprojekte entdeckt.

    Die ergonomische Checkliste ist eine Hilfe, welche immer wieder überprüft werden sollte.

    Neue Themen – Ergonomie im Wandel

    Forschung und Diskussion zeigen es immer wieder. Der Begriff der Ergonomie wandelt sich stetig und bekommt durch neue Blickwinkel eine größere Bedeutung. Neben der Ausstattung kann jedermann etwas dazu beitragen, damit die Arbeitswelt humaner und gesünder wird.

    Aktivität und Bewegung bei der Arbeit – der eigene Beitrag

    Eine gesunde Körperhaltung zu erlernen und umzusetzen, das ist im Joballtag gar nicht so leicht. Optimierte Produkte jeglicher Art (Stühle, Workstation, Kniehocker) ermöglichen natürlich eine spürbar verbesserte Arbeitsposition, doch ohne die Integration der eigenen Verhaltensebene wird das Potenzial nicht voll ausgeschöpft.

    Das Problem: Für die Rückenmuskulatur ist es zum Beispiel günstiger & förderlicher, die eigenen Bewegungen und Arbeitshaltungen kontinuierlich zu variieren. Aktivität ist immer besser, als sehr lange Zeit rigide in einer angeblich schonenden Körperhaltung zu verharren.

    Eine gute Haltung verliert langfristig ihren positiven Effekt, wenn sie starr eingenommen wird! Somit sind besonders jene ergonomischen Produkte als empfehlenswert zu betrachten, die neben einer guten Position viel Bewegung und körperlichen Freiraum ermöglichen.

    Menschen und ihr Körper wollen und müssen bewegt werden, daran ändert ein hochwertig optimiertes Inventar mit einem perfekten Sitz zunächst wenig. Zu einer förderlichen Ausstattung tritt stets die Notwendigkeit, sich möglichst viel zu bewegen, Pausen einzulegen und die Haltung beizeiten zu variieren.

    Dies hat zur Folge, dass sich in den letzten Jahren die Lehrmeinung im Hinblick auf die Büroarbeit gewandelt hat: Eine optimale Haltung ist immer ein Fortschritt, die Forderung nach Bewegung ist dabei kein Gegensatz.

    Somit spielt im ergonomischen Fortschritt der Mensch sowie sein Verhalten ebenso eine gewichtige Rolle wie der optimierte Stuhl, Schreibtisch usw. – ein im Idealfall symbiotischer Effekt.

    Kindheit und Jugendalter als Themenfeld

    Die Forschung widmet sich jetzt auch den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen

    Oft vergessen: Auch Kinder und Jugendliche in Schule und Ausbildung sind an ihrem Arbeitsplatz Belastungen ausgesetzt, sie rücken stärker in den Fokus ergonomischer Überlegungen

    Derweil rücken bei ergonomischen Überlegungen zur Arbeitsplatzgestaltung verstärkt Kinder und Jugendliche ins Zentrum moderner Ansätze zur körpergerechten Einrichtung des Arbeitsbereiches.

    Besonders sie verbringen viel Zeit am Schreibtisch und benötigen durch ihr Wachstum und ihr Temperament geeignetes Inventar, um in Schule und Ausbildung eine faire Chancen zu bekommen. Ein modernes Kinderzimmer beinhaltet mit Schulbeginn oftmals einen Bildschirmarbeitsplatz, dessen richtige Nutzung natürlich erlernt werden will.

    Ein Gespür für Körper, Leistung, Humanität und Ausstattung entwickeln, das stellt die Aufgabe der Zukunft dar. Der Präventionsgedanke spielt für Jungen und Mädchen eine gewichtige Rolle, im Schwerpunkt Ergonomie für Kinder werden einige Möglichkeiten dargestellt.

    Ziel: den Arbeitsplatz ergonomisch verbessern – so geht´s!

    Fazit: Die Ergonomie des Arbeitsplatzes ist nicht ein für alle Zeiten definierter Begriff, sondern markiert einen auf bessere Gesundheit abzielenden Prozess mit den Menschen diverser Altersstufen im Mittelpunkt. Viele Ideen entwickeln sich noch, manche Ansätze benötigen Zeit, um sich zu etablieren.

    Jeder, ob Firma oder Selbstständiger zu Hause kann daran teilhaben. Der körperorientierte und optimierte Arbeitsplatz entwickelt sich zu einem bedeutsamen Faktor wirtschaftlich-durchdachten Arbeitens; zeitgemäße Arbeitsplatzgestaltung eint den Leistungsgedanken mit humanen Prinzipien.

    Oft entpuppt sich im Berufsalltag der Start als schwierigster Schritt einer zeitgemäßen Arbeitsplatzgestaltung. Nicht selten wird das sensible Thema erst dann behandelt wird, „wenn Zeit dafür ist“ oder massiv von den Mitarbeitern über Gesundheitsprobleme geklagt wird.

    Wer als Individuum nicht nur auf seinen Arbeitsoutput, sondern zudem sensibel auf sein gesundheitliches Wohlbefinden achtet, leistet seinen Anteil, damit das Arbeitsverhältnis erfolgreich länger besteht.

    Mitunter schreckt das komplexe Themenfeld vor allem Mittelständler ab, weil für kleine Betriebe und Selbstständige nicht alles sofort machbar ist. Wer ein nutzerfreundliches und zeitgemäßes Bürozimmer als Zielvision versteht, lässt sich davon nicht so leicht abbringen. Man beginnt mit kleinen Änderungen, evaluiert diese und bleibt umgangssprachlich formuliert „am Ball“.

    Endlich anfangen, sich zu informieren und anschließend den Start wagen, das markiert den ersten Schritt zur Professionalisierung des Arbeitsplatzes in Büro und Betrieb.

    Interesse am Komplex Ergonomie, das signalisierte eine generelle Offenheit in Hinblick auf die produktive Koexistenz von Arbeit, Leistung und menschlichen Gesundheitsbedürfnissen.

    Grafik: zu den ergonomischen Angeboten und Produkten

    Eine Auswahl geeigneter Hilfen und Optimierungen für Büro und Heimarbeitsplatz