Vor einigen Jahrzehnten war es geradezu “in”, einen Gymnastikball am Arbeitsplatz für aktives Sitzen zu verwenden. Das Sportgerät galt als Allround-Lösung, als Wundermittel für wenig Geld. Die konstanten Ausgleichsbewegungen bei der Nutzung des Sitzballs sollten – ohne Zweifel in guter Absicht – der bekannten Bewegungsmonotonie in EDV-Berufen entgegenwirken. Jahre später zeigt sich ein differenziertes Bild: Wer einen Sitzball im Job als Alternative zum Bürostuhl nutzt, tut gut daran, seinen Gymnastikball zeitlich begrenzt zu verwenden, um eine Überforderung zu vermeiden. Die folgenden Kapitel widmen sich daher den Funktionen sowie den Vor- und Nachteilen der flexibel einsetzbaren Bälle.

Funktion eines Gymnastikballs als Bürositz

Die frühen Erwartungen an einen mit Luft gefüllten – und dadurch sehr elastischen – Sitzball aus Kunststoff als Bürostuhlersatz waren offensiv formuliert: Der Gymnastikball sollte als alternativer Bürositz Defizite der täglichen Arbeitsgestaltung ausgleichen. Eben diese Defizite und ihre Ursachen sind durchaus bekannt: Weil eine beachtliche Anzahl von Menschen täglich viele Stunden im Sitzen am Schreibtisch verbringt, leidet diese Gruppe oftmals unter den Nachteilen von EDV- und Büroarbeit.

Mitarbeiter und Selbstständige verharren unbewegt in ihrer sitzenden, oftmals vorgebeugten Position – und zwar für viele Stunden. Eine derart offenkundige Zwangshaltung macht es unmöglich, sich regelmäßig im Sitz zu bewegen oder eine halbwegs gesunde Position einzunehmen. Ob Nacken-, Schulter- oder Rückenprobleme, die negativen Folgen sind vielfältig und wohlbekannt. Stress und Ermüdung flankieren die Verspannungen und Schmerzen des Bewegungsapparates.

Probleme im Bereich der Bandscheiben bis hin zum Hexenschuss resultieren allerdings nicht ausschließlich aus einer defizitären Sitzposition bei der Arbeit. Nicht wenige Menschen verbringen ihre Zeit zu Hause ebenfalls in ungesunder Art und Weise. Sie tätigen beliebte Freizeitaktivitäten – beispielsweise das ganz normale Surfen im Internet – ebenfalls starr und vorgebeugt vor dem Bildschirm.

Zusammengefasst besteht die Grundfunktion eines Gymnastikballs als Arbeitsplatzsitz darin, dass dieser durch seine Instabilität die Bewegung des Nutzers fördert. Er spricht die Tiefenmuskulatur in Gesäß sowie im unteren Rücken an. Um im Sitzen die Balance zu halten, muss ein Nutzer die Rumpfmuskulatur aktivieren. Gleichzeitig animiert ein Sitzball dazu, eine aufrechte Haltung einzunehmen.

Wofür werden Sitzbälle eigentlich verwendet?

Natürlich war der ursprüngliche Zweck eines Sitzballs eigentlich der eines hilfreichen Sportgerätes. Weitere Einsatzmöglichkeiten der vielseitigen Gymnastikbälle, die synonym (mitunter etwas unscharf) als Sitzball, Pezziball, Hüpfball, Prellball, Fitnessball oder Swissball bezeichnet werden, traten hinzu und gehören längst zum Alltag:

Sportliches Training mit einem Swissball

Viele sportliche Trainingseinheiten lassen sich mit einem Gymnastikball noch effektiver gestalten.

  • Sportgerät
    Grundsätzlich stellt ein Gymnastikball ein gutes Sportgerät dar und spielt seine Stärken als Allrounder beim Workout aus. Durch seine federnden Eigenschaften trainiert der farbige Ball die menschlichen Rumpfmuskeln hervorragend. Fitnessbälle eignen sich daher gut, um diverse Übungen zur Förderung der Ausdauer, Koordination und der allgemeinen Beweglichkeit durchzuführen. Mehr noch – viele Trainingsformen, welche auf kleine, tiefer liegende Muskeln in Rumpf und Rücken abzielen, können beim Einsatz eines Pezziballs deutlich intensiver – und im Vergleich zu Bodenübungen somit effektiver – absolviert werden. Im Sport ist das Trainingsgerät somit ein komfortabler Wirkungsverstärker für Einheiten der Rumpf- und Rückenmuskeln. Mit einem Gymnastikball sind zudem Yoga- oder Pilates-Übungen ebenso möglich wie gezielte Einheiten für Bauch, Beine oder Arme. Daher kommen die flexiblen Sitzbälle unterschiedlicher Größe durchaus in der vorbereitenden Schwangerschaftsgymnastik zum Einsatz. Auch Kinder spielen gerne mit den Gymnastikbällen, schulen beim Herüberrollen Körpergefühl und Koordination – und haben richtig Spaß dabei. Weitere ausgewählte Beispiele zeigen, dass nicht nur Core und Arme, sondern ebenfalls Po und Oberschenkel mithilfe eines Swissballs hervorragend beansprucht werden können.
    • Knien auf dem Gymnastikball
    • Liegestütze auf dem Gymnastikball
    • Russian Twist auf dem Gymnastikball
    • Beckenlift auf dem Gymnastikball
  • Sitz im Büro
    Die Zeit des Hypes als vollwertiger Bürostuhlersatz, der Bewegung und Freiheit garantiert, ist tatsächlich vorüber. Es ist einerseits völlig korrekt, dass man auf einem hochwertigen Sitzball deutlich aktiver sitzen kann als auf einem starren Bürostuhl. Die Anregung der Muskulatur tut gut und fördert eine rückenschonende Haltung. Denn die Besitzer und Besitzerinnen müssen ständig das Gleichgewicht halten, um die steten Bewegungen des Balls auszugleichen. Damit trainieren sie ihre tief sitzenden Muskeln im Rücken, was bei kontinuierlichem Einsatz die Wirbelsäule stärkt. Allerdings zeigen sich diese Vorteile nur bei einer zeitlich begrenzten Verwendung. Wer am Arbeitsplatz ausschließlich auf einem Gymnastikball sitzt, überfordert die Muskeln im unteren Rücken sowie im Gesäß. Erschlaffen diese, entfällt die so wichtige Stabilisierungsfunktion. Infolgedessen treten genau jene Probleme auf (Erschlaffen des Körpers, Druckgefühl, schlechte Haltung, Schmerzen im unteren Rücken), die eigentlich vermieden werden sollten (Details siehe unten)!
  • Alternative zum Stuhl im Haushalt
    Auch im privaten Rahmen kann ein Gymnastikball nützlich sein, und zwar als dynamische Sitzgelegenheit für Zuhause. Zwar eignet sich der Sitzball weniger für längere Zeiträume, wohl aber als bewegungsförderlicher Alternativsitz beim Essen, Grillen oder beim Diskutieren. Die großen Bälle sind zusammengefasst im privaten Rahmen für ausgewählte Zwecke dienlich, können Sessel oder Stuhl allerdings nicht komplett ersetzen.
Ob als Pilatesball, Gymnastikball, Sitzball, Yogaball, Pezziball und Gymball, als nützliches Gerät für Low-Impact-Übungen, Geburtshilfe, Physiotherapie, Reha, Schul- und Freizeitsport, Vereinssport oder zum Sitzen im Büro – ein Gymnastikball bietet viele Einsatzmöglichkeiten für zeitlich limitierte Aktivitäten.

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Letzte Aktualisierung am 30.10.2020 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

Merkmale eines hochwertigen Pezziballs

Der Handel bietet unterschiedliche Arten von Bällen an: Zu unterscheiden sind einerseits spezialisierte Gymnastikbälle für den Sport sowie reine Sitzbälle. Zudem führen viele Firmen multikompatible Mischformen.

Reine Sitzbälle sind weniger für Gymnastikübungen geeignet, da sie sehr hart aufgepumpt sind, um den Sitzkomfort zu erhöhen. Sportliche Gymnastikbälle fallen hingegen spürbar elastischer aus, sie sind daher weniger zum Sitzen entwickelb worden. Beim Kauf eines Gymnastikballs sollte stets auf Details geachtet werden, damit der Sitzball auch wirklich “passt” und einen praktischen Mehrwert bietet.

  • Belastbarkeit
    Die Belastbarkeit in Kilogramm muss das eigene Körpergewicht im Interesse der Sicherheit deutlich übertreffen, damit der Ball nicht plötzlich zerplatzt. Bei Sportübungen gilt es, zusätzliches Gewicht (Beispiel: Hanteln) hinzuzurechnen. Achten Sie auf die Angaben der Hersteller, einige Modelle sind sogar bis 500 Kilogramm belastbar. Zudem sollte jeder Käufer eines Gymnastikballs sicherstellen, dass der Untergrund frei von spitzen Gegenständen ist, damit der Sitzball nicht ungewollt beschädigt wird.
  • Aussehen
    Die Optik (Farbe) ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, damit der Gymnastikball in einem Büro nicht wie in Fremdkörper wirkt oder gar das professionelle Ambiente stört. Fast alle Händler bieten ihre Sitzbälle in unterschiedlichen Farben an.
  • Größe
    Natürlich sollte die Größe des Balls der normalen Sitzhöhe eines Nutzers im Bürostuhl entsprechen, damit die Arbeitsfläche weiterhin komfortabel bedienbar ist. Robuste Sitzbälle werden, jeweils in Zehner-Schritten, im Bereich von 45 bis 95 Zentimeter Durchmesser angeboten. Deutlich kleinere Gymnastikbälle für Turnen und Rhythmische Sportgymnastik sind hingegen besonders formstabil. Die kompakten Fitnessbälle fühlen sich ebenso elastisch wie griffig an und weisen gute Prelleigenschaften auf. Gängige Größen in diesem sportlichen Anwendungsbereich sind wahlweise 16 oder 19 Zentimeter Durchmesser. Für den Reha-Sport sind wiederum größere Gymnastikbälle mit einem Durchmesser von 45 bis 75 Zentimeter zu empfehlen. Sie lassen sich im Rahmen der medizinisch begleiteten Gesundung als Sitz- und Fitnessball einsetzen.
  • Sicherheit
    Extra Eigenschaften wie ein Anti-Burst-System gewähren mehr Sicherheit. Bei Schäden entweicht die Luft nicht explosionsartig mit einem Knall, sondern langsam. Dies reduziert die Verletzungs- und Unfallgefahr.
  • Materialdicke
    Je dicker das Material, umso stabiler der Pezziball – 2000 Mikrometer (2 Millimeter) gelten als sehr robust und zuverlässig.
  • Feedback und Service
    Qualitative Angebote weisen gute Kundenbewertungen auf und bieten eine höhere Garantiezeit bei sachgemäßer Handhabung.
  • Verträglichkeit
    Gut verträgliche Modelle für Sport und Dynamisches Sitzen werden aus umweltfreundlichem, hypoallergenem und robustem PVC-Material fabriziert.
  • Schadstofffreiheit
    Achten Sie beim Material auf die Angabe BPA-FREI (ohne Bisphenol A) sowie darauf, dass die flexiblen Gymnastikbälle ohne Weichmacher hergestellt worden sind.
  • Griffigkeit
    Wird die Funktion als Medizinball angestrebt, dann sollten die Gymnastikbälle praktische Handgriffe und/oder strukturiertes Gummi aufweisen. Diese Eigenschaften erleichtern das Handling und beugen ungewolltem Rutschen vor. Mit Sand gefüllte Gymnastikbälle besitzen zusätzliches Gewicht und vermitteln ebenfalls ein Plus an Sicherheit beim Greifen. Generell sind Modelle mit strukturierten Oberflächen (Rillen oder Noppen) aufgrund der besseren Handhabung zu präferieren.
  • Luftpumpe
    Der Bedienungskomfort hängt eindeutig von einer mitgelieferten Luftpumpe ab. Ansonsten wird das Aufpumpen des Swissballs zu einer mühsamen Angelegenheit und fordert den Erwerb von extra Zubehör ein. Achtung: Die Qualität der mitgelieferten Luftpumpen variiert mitunter extrem, praktische Erfahrungsberichte sowie begründete Käuferbewertungen sind bei diesem Aspekt besonders wertvoll.
Hilfstabelle zur richtigen Größe eines Gymnastikballs:

KörpergrößeDurchmesser Sitzball
bis 1,40 Meter45 Zentimeter
1,41 bis 1,54 Meter55 Zentimeter
1,55 bis 1,75 Meter65 Zentimeter
1,76 bis 1,85 Meter75 Zentimeter
1,86 bis 2,00 Meter85 Zentimeter
2,01 bis 2,15 Meter95 Zentimeter

Hinweis: Die Werte dienen tendenziell als grobe Orientierung, denn natürlich entscheidet auch das Verhältnis von Nutzergewicht und Luftdruck im Ball darüber, wie sehr ein Mann, eine Frau oder ein Kind im Swissball einsinkt. Diese moderierende Variable gilt es zu beachten.

Sitzbälle richtig aufpumpen

Damit das Sitzen auf dem großen Ball den gewünschten Effekt aufweist, muss dieser richtig aufgepumpt werden. Das kann etwas Geduld einfordern. Nach dem Auspacken sollte der Sitzball für Büro oder Home-Office im ersten Schritt nicht komplett, sondern nur bis etwa 80 Prozent mit Luft gefüllt werden. Denn das Material dehnt sich nur langsam aus, entfaltet sich. Erst im zweiten Schritt kann der Ball am folgenden Tag prall mit Luft gefüllt werden.

Zudem kennen viele Käufer eines Gymnastikballs den störenden Geruch, welchen das Material Gummi anfangs mit sich bringt. Daher ist in einigen Fällen am ersten Tag ausgiebiges Lüften angesagt. Realistischerweise sollte man nach dem Erwerb eines großen Sitzballs von 24 bis 48 Stunden Wartezeit ausgehen, bis das Produkt einsatzbereit ist.

Wie erwähnt liefern die meisten Hersteller Pumpen für den jeweiligen Gymnastikball mit. Oft sind dies Fußpumpen mit bedingter Tauglichkeit, welche Geduld und Ausdauer verlangen. Einfacher gelingt das Aufpumpen mit einer guten Standpumpe. Deren bessere Bedienung stellt sicher, dass der farbige Gymnastikball nicht zu hart oder zu weich ist.

Der Sitzball weist nach dem Aufpumpen dann die richtige Größe auf, wenn Unter- und Oberschenkel beim Sitzen einen 90-Grad-Winkel bilden. Gleichzeitig sollten die Füße komplett und fest auf dem Boden stehen.

Weil das Thema Hygiene am Arbeitsplatz Büro eine hohe Relevanz besitzt, folgt hier ein ergänzender Tipp zur Reinigung: Gymnastikbälle werden nur mit einem feuchten Tuch abgewischt. Alkohol oder scharfe Reinigungsmittel machen das Gummi spröde bis porös – ihr Einsatz ist nicht zu empfehlen.

Gymnastikball als Bürostuhlersatz – sinnvoll oder schädlich?

Wie so oft im Leben greifen pauschale Antworten auf die Frage, ob ein Gymnastikball im Büro sinnvoll oder schädlich ist, zu kurz. Sowohl Verfechter der Sitzbälle als auch Kritiker können ihre Standpunkte überzeugend begründen. Tatsächlich entscheiden Einsatzdauer und Situation darüber, ob die aufgeführten Vorteile oder Nachteile eines Swissballs überwiegen.

Farbige Gymnastikbälle

So optimistisch die verfügbaren Farben auch sind, sie passen optisch nicht unbedingt in alle Büros, die besonders viel Wert auf ein stimmiges Gesamtambiente legen.

Nutzen eines Swissballs

Wie oben skizziert, stellt die Grundidee, Sitzen dynamischer zu gestalten, einen ebenso sinnvollen wie positiven Ansatz dar. Weil ein Pezziball jedoch eigentlich ein Sportgerät darstellt, sollte die Sitzdauer auf einem Gymnastikball bewusst und im eigenen Interesse limitiert werden.

Wer täglich beispielsweise 2–3 Mal für 20, maximal 30 Minuten den Sitzball nutzt, tut seinem Körper mit den nötigen Ausgleichsbewegungen zweifelsohne etwas Gutes. Die Abwechslung aktiviert die Muskulatur im unteren Rücken sowie im Gesäß. Viele kleine Haltungsmodifikationen sorgen nicht nur für Abwechslung und mehr Bewegung, sie regen gleichzeitig den Kreislauf an.

Vorteile eines Gymnastikballs im Büro:

  1. Aktivität beim Sitzen
  2. Regt durch die Stabilisierungsleistung den Kreislauf an
  3. Viel Bewegungsfreiheit
  4. Gut für die Tiefenmuskulatur
  5. Günstige Lösung
  6. Leicht und somit problemlos zu transportieren
  7. Verschiedene Farben und Größen

Natürlich ist die individuelle Fitness zu beachten. Wer bereits ein sportliches Leben führt, kann in den meisten Fällen länger ermüdungsfrei, teilweise sogar um die 60 Minuten auf dem Sitzball tätig sein, weil die benötigte Muskulatur bereits ausgebildet ist. Weniger sportliche Männer, Frauen und Kinder müssen sich hingegen langsam an die für sie neue Anforderung gewöhnen.

Dazu ein Vergleich: Kein Neuling, der erstmals mit dem Joggen startet, käme auf die Idee, gleich einen 10-Kilometer-Lauf zu absolvieren. Derartige Überforderungen machen keinen Spaß und ermüden derart, dass in der folgenden Zeit bestimmt kein weiterer Lauf erfolgt. Somit geht es darum, die neuen Impulse so zu gestalten, dass sie zu meistern sind und sich positiv auf Geist und Körper auswirken.

Ein Swissball stellt folglich eine sehr gute Ergänzung zu einem Bürostuhl dar, ist allerdings als kompletter Ersatz für die gesamte Arbeitszeit nicht zu empfehlen.

Grenzen und Nachteile der Fitnessbälle

Aus dem oben skizzierten Problem, dass die betroffene Muskulatur bei langem Sitzen auf dem Gymnastikball ermüdet und überfordert wird, resultieren folgende, hier stichpunktartig zusammengefasste Nachteile. Sie betreffen den Dauereinsatz eines Gymnastikballs am Arbeitsplatz:

  1. Langes Sitzen auf einem Swissball lässt den Körper vorschnell ermüden.
  2. Diese Ermüdung zieht oft eine nachteilige Haltung des Nutzers nach sich, da die überforderte Ausgleichsmuskulatur ihre Funktion nicht mehr erfüllt.
  3. Mangelnder Komfort – keine Stützfunktion des gesamten Rückens für kurze Erholungsphasen vorhanden.
  4. Im Gegensatz zu einem ergonomischen Bürostuhl ist die exakte Anpassung an Größe und Körperform des Besitzers nicht zu 100 % möglich.
  5. Besonders anfangs ist bei der Nutzung eines Gymnastikballs zum Wahren des Gleichgewichts mehr Konzentration gefragt.
  6. Sperrig, aufgepumpte Gymnastikbälle nehmen vergleichsweise viel Raum ein.
  7. Gefahr des Unfalls durch Sturz vom sportlichen Ball.
  8. Optik – nicht jedem Nutzer sagt das Aussehen der flexiblen Bälle zu.
Ein Gymnastikball stellt deswegen keine ganztägige Alternative für einen Bürostuhl dar, weil er die meisten Menschen schlichtweg körperlich überbeansprucht. Angestellten und Selbstständigen, welche sich den ganzen Arbeitstag ununterbrochen stabilisieren, fehlt die Möglichkeit, sich einmal komplett zu entspannen. Infolgedessen leiden sie unter vorzeitiger Ermüdung und dem damit verbundenen Leistungsabfall.

Alternative Ballkissen

Austausch und Fachdiskussionen über Vor- beziehungsweise Nachteile eines Gymnastikballs am Arbeitsplatz blieben nicht folgenlos. Neben der begrenzten Sitzdauer auf einem Gymnastikball wurde vor allem dessen Größe bemängelt. Der Umfang verleiht einem Fitnessball im Büro einen vergleichsweise sperrigen Charakter.

Eine deutlich kleinere und somit handlichere Alternative stellen Ballkissen* dar: Diese Produkte sind nichts anderes als mit Luft gefüllte Scheiben, welche beim Sitzen eine gewisse Instabilität aufweisen und dadurch dafür sorgen, dass ein Nutzer sich stabilisieren – und somit stetig bewegen – muss.

Der Einsatz eines Ballkissens für aktives Sitzen ist denkbar einfach; die Scheibe wird auf dem Bürostuhl platziert und spricht die Tiefenmuskulatur des sitzenden Menschen stetig an. Die Funktion entspricht daher dem Nutzen eines Gymnastikballs.

Daher sollte natürlich ebenfalls die Sitzzeit auf einem scheibenförmigen Ballkissen limitiert werden, damit der Körper nicht unnötig ermüdet. Erneut gilt die Empfehlung, das Produkt etwa 2–3 Mal für rund 20–30 Minuten am Tag einzusetzen. Für die Dauerverwendung sind die im Vergleich zu einem Gymnastikball deutlich kleineren Kissen nicht konzipiert.

Doch im Gegensatz zu einem Pezziball sind die Ballkissen durch ihre handliche Größe viel besser zu verstauen – und somit tauglicher für Büro oder Home-Office. Allerdings sollte aus ergonomischer Sicht beachtet werden, dass ein Sitzkissen, welches auf einem ergonomischen Bürostuhl gelegt wird, natürlich die Sitzposition erhöht. Daher sollte man beim Einsatz des Ballkissens diesen Wert anpassen, um keine Nachteile zu erfahren.

Fazit: Gymnastikbälle nur zeitlich begrenzt verwenden

Als Sitzbälle anfangs extrem populär waren, versprachen sie Abhilfe gegen Haltungsschäden und Schmerzen, welche anteilig durch langes Sitzen und falsche Sitzpositionen entstehen. Die Gymnastikbälle sollten diesen Fehlhaltungen effektiv begegnen, indem der Körper im Sitzen durch die steten Ausgleichsbewegungen ständig aktiv bleibt. Dadurch wird der Rücken trainiert und simultan für eine gerade Wirbelsäulenhaltung gesorgt. Stichwort: aktives Sitzen.

Mittlerweile gestaltet sich das Bild differenzierter, denn die Zunahme von Wissen bewirkt, dass ehemalige Empfehlungen überdacht und anschließend modifiziert werden. Ein stabiler Gymnastikball ist nach aktuellem Kenntnisstand der Experten für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin nur dann sinnvoll, wenn er zeitlich begrenzt eingesetzt wird und den Menschen nicht überfordert. Als Teil eines abwechslungsreichen Arbeitstages mit regelmäßigen Pausen, einem bewussten Plus an Bewegung, dem steten Wechsel zwischen Gehen, Sitzen und Stehen ergeben die Fitnessbälle durchaus Sinn, als Pauschallösung im Büro hingegen nicht.

Bei zu langem Verharren auf einem Pezziball wird aus dem anfänglichen Nutzen ein zunehmender Nachteil, der genau jene Probleme provoziert, die vermieden werden sollten (Ermüdung, Leistungsabfall, Unwohlsein). Daher eignen sich oftmals preiswerte Sitzbälle nicht als vollständiger Ersatz zu ergonomischen Bürostühlen am Arbeitsplatz, wohl aber als zeitlich begrenzte Alternative mit erhöhter Aktivität. Wer eine platzsparende Variante mit vergleichbarer Funktionalität sucht, kann hingegen zu einem Ballkissen greifen. Ihren eigentlichen Zweck als nützliche Geräte im Leistungs- und Breitensport erfüllen die unterschiedlich großen Fitnessbälle hingegen nach wie vor mit Bravour.