Ungesundes Sitzen oder tödliches Sitzen, das klingt nicht nur deutlich oder fast reißerisch: Die Schlagwörter, die im Rahmen ergonomischen Denkens gerne verwendet werden, weisen explizit auf ein gerne verdrängtes und Ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem hin.

Monotone Sitzarbeit mit starrer Haltung ist mittel- und langfristig für jedermann ein Problem und gefährdet die Gesundheit. Daher ist sie ein ein intensiv behandeltes Thema im Bereich der Ergonomie des Arbeitsplatzes.

Ungesundes Sitzen – tödliches Sitzen

Warum ist das so? Der Mensch ist nicht für monotone Haltungen und langes Sitzen geschaffen und genau die wird aber bei Büroarbeiten und Jobs im IT-Bereich oft eingefordert.

Dabei sitzt der moderne Mensch schon im normalen Alltag zu viel, vergisst den natürlichen Bewegungsdrang seines Körpers. Eine erste Antwort war der Boom der Sitzbälle*.

Bewegungsarmut biologisch nicht vorgesehen

Ungesundes Sitzen belastet neben Rücken, Schulter und der Halspartie zudem den Kreislauf, weil das Blut beim Sitzen schlecht zirkuliert.

Die Bewegung, die der menschliche Körper fordert, benötigt und mit Gesundheit belohnt, bekommt er nicht. Doch es verschiedene Auswege und Hilfen, um der Gesundheitsgefährdung entgegen zu treten.

Tendenz: Verbesserung und Variation des Büromobiliars

Ergonomische Bürostühle verbessern das Sitzen und die Haltung an sich und helfen während der Sitzarbeit. Dennoch ist etwa Ausgleichssport sinnvoll.

Phasen der Steharbeit können, richtig umgesetzt, ebenfalls helfen. Dafür sind natürlich flexible Schreibtische nötig, die sich leicht in der Höhe verstellen lassen und an ihren Nutzer anpassen.

Erst dann wirkt man der Gefährdung der Gesundheit durch monotones, ungesundes Sitzen entgegen. Ein Teil im Komplex Gesundheit und Arbeit.

Warum ist langes Sitzen ungesund? Eine umfangreiche Grafik

Die aus vielen Quellen zusammengesetzte Grafik von Ergotopia verdeutlicht und visualisiert zahlreiche Fakten und Risikofaktoren zum Thema ungesundes Sitzen und seinen gravierenden Folgen wie etwa Muskelabbau oder Lebenszeitverkürzung.

Sie bietet zudem Ideen und Tipps, dem tödlichen Sitzen entgegen zu wirken.

Sitzen kann tödlich sein - Infografik

Ursprünglich erschienen auf Ergotopia.de

Anzeichen für zu langes Sitzen während der Arbeit

Zur Selbstkontrolle: Die aufgeführten Anzeichen können durch ungesundes Sitzen mit entstehen. Bei bereits manifesten Beschwerden ist der Gang zum Arzt sinnvoll.

  1. Ist die eigene Körperhaltung häufig monoton?
  2. Spürt man während der Arbeit öfters das Bedürfnis, sich mehr zu bewegen?
  3. Treten Gereiztheit und Verspannungen häufig auf?
  4. Existieren Konzentrationsmängel- oder -Einbrüche?
  5. Ist der Tag nach der Arbeit durch Müdigkeit „gelaufen?“
  6. Treten Schmerzen oder Versteifungen in Kopf, Nacken, Schulter, Rücken oder in den Beine häufig auf?
  7. Gab es deswegen schon Arbeitsausfälle/Krankheitstage?
  8. Treten Allergien, das „Trockne-Auge-Syndrom“, Grippe oder Ähnliches verstärkt auf?

Ungesundes Sitzen vermeiden – Alternativen aufbauen

Die Erkenntnis, dass zu langes Sitzen schadet, ist nur der erste Schritt. Die negativen gesundheitlichen Folgen wurden lange verdrängt, sei es aus Bequemlichkeit, Desinteresse oder mangelnder Information.

Das gilt für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Selbstständige. Diese Gefährdung der Gesundheit ist in einer modernen Welt fahrlässig, verursacht Erkrankungen ebenso wie Leistungseinbußen.
Professionelles Arbeiten ist ohne die Beachtung der Gefahren von zu langem Sitzen kaum mehr denkbar.

Doch auch der Blick auf die individuellen Gewohnheiten zu Hause und in der Freizeit sollte im Interesse der eigenen Vitalität nicht verstellt sein.

Im Stehen arbeiten, ergonomisch Sitzen, regelmäßiger Sport und viele Pausen können zumindest mildernd wirken. Den ersten Aufwand rechtfertigt die eigene Gesundheit. Ungesundes Sitzen oder tödliches Sitzen ist keine Tatsache, die man nicht hinterfragen und angehen kann.