Müde Augen sind ein ernstes Warnsignal. Sie entstehen durch Überlastung, reduziertes Blinzeln und monotones Arbeiten.

Meist werden erste Probleme mit den Augen leichtfertig abgetan, man wiegt sich in Sicherheit, da zu Beginn kein richtiger Schmerz, sondern nur ein undefiniertes Druckgefühl zu spüren ist.

Müden Augen am Arbeitsplatz vorbeugen

Doch wer langfristig gesund arbeiten will, sollte auf die Warnsignale müder Augen achten und bereits frühzeitig beginnen, etwas zum Schutz des Sehapparates zu unternehmen.

Vor diesem Schritt ist die Kenntnis der belastenden Bedingungen wichtig. Das Wissen um die Risikofaktoren zeigt jene Gegebenheiten an, die im Bereich der Ergonomie am Arbeitsplatz zu verbessern sind.

Daraus resultierend können anschließend geeignete Maßnahmen zur Schonung des visuellen Systems abgeleitet werden. Diese Schritte beugen vielen Problemen bei der Arbeit, die auf überforderte Augen zurückzuführen sind, vor.

Liste typischer Probleme, die aus müden und überforderten Augen resultieren:

  1. Konzentrationsverlust
  2. Leistungsabfall
  3. Unzufriedenheit
  4. Kopfschmerzen
  5. Trockene Augen
  6. Überforderungssymptome: Doppeltes Sehen oder eine verschwommene optische Wahrnehmung
  7. Übelkeit
  8. Schwindel
  9. Brennend-rote Augen
  10. Druck in den Augen

Ursachen müder, gereizter und überforderter Augen

Müde Augen sind eine Stressreaktion auf unnatürliches Arbeiten, bzw. auf die eingeschränkte Position während der Bildschirmarbeit. Die Arbeit vor einem Monitor fällt zudem deswegen so anstrengend für die Augen aus, weil die Zeichen auf dem Bildschirm über keine klaren scharfen Kanten verfügen.

Das unterscheidet sich in negativer Hinsicht vom klassischen Buchdruck. Genau deswegen leisten die Augen mehr Arbeit, um im gewünschten Sinne funktionieren zu können.

Zudem fördert die aktuelle Freizeitkultur den invarianten Blick: Heutzutage sind Smartphones, Tablets und Laptops alltägliche Wegbegleiter, somit wird auch abseits der Tätigkeit viel auf Bildschirme geschaut und bisweilen gestarrt. Dabei fordert der gängige Alltag die Augen der Menschen schon genügend. Rund 80% aller Informationen werden hauptsächlich über den Sehapparat aufgenommen.

Normalerweise stiert der Mensch dabei permanent auf eine Stelle – wie eben bei der Bildschirmarbeit. Sie ist daher durchaus als unnatürlich zu skizzieren und mündet im bekannten Problem der Monotonie des Blickes und der Bewegungsarmut des Sehapparates. Eben diese Überstrapazierung und Überforderung der Augen schlägt sich oftmals in einer Müdigkeit selbiger nieder.

Die zweite Ursache klingt einfach, wirkt sich aber ebenso negativ aus. Wer den Bildschirm betrachtet, der blinzelt weniger, das Auge wird trocken und müde.

Folglich wird die infektionshinderliche Augenflüssigkeit weniger verteilt, das Auge trocknet sozusagen an und wird damit reizempfindlich, feuchtigkeitsspendende Augentropfen* kommen zum Einsatz.

Tipps gegen müde Augen in Beruf und Freizeit

  • Regelmäßige Pausen (durchaus alle 20 Minuten), in denen man den Blick einfach mal weitläufig schweifen lässt, sind dringend anzuraten. Meist kommen diese im Arbeitsfluss zu kurz. Wer intensiv nachdenkt, kann dabei auch die Augen schließen und diesem Sinn eine gute Erholung bieten
  • Angenehme Schriftgröße auf dem Bildschirm verwenden. Hierbei gilt es, die persönlich beste Einstellung zu finden, um Zeichen schnell und gut wahrnehmen zu können.
  • Idealerweise vertritt man sich draußen kurz die Beine, bringt den Kreislauf in Schwung und schnappt dabei frische Luft, die Augen erhalten dabei die nötige Abwechslung.
  • Die Hände von Zeit zu Zeit vor das Gesicht zu halten, die Augen schließen und einige Sekunden abschalten kann sehr entspannend wirken.
  • Regelmäßiges Blinzeln lässt sich zudem trainieren, auch wenn es sich zunächst kurios anhört. Augengymnastik (bewusstes Rollen und Hin- und Herbewegen) hilft ebenfalls.
  • Für eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Arbeitsraum sorgen, das beugt dem Austrocknen des Sehapparates vor.
  • Wer bei der Arbeit nicht sitzt, sondern steht und dazu einen passenden Arbeitstisch hat, kann (und sollte) die Position zum Bildschirm häufig verändern, was der Monotonie positiv vorbeugt.
  • Ebenfalls wichtig: Ist der Raum gut und professionell ausgeleuchtet? Denn zu dunkle Büros belasten die Augen ebenfalls
  • Augentropfen können kurzfristig helfen, beseitigen aber die Ursachen nicht, sie gelten daher weniger als Dauerlösung
  • Innerlich mit viel Flüssigkeit vorbeugen: Ärzte empfehlen mindestens 1,5 bis 2 Liter am Tag zu trinken, um die Feuchtigkeitsversorgung zu gewährleisten. Je stressiger der Tag, desto häufiger wird dieser Punkt „vergessen. Vorteilhaft sind ungesüßte Getränken – Wasser, Fruchtsaftschorlen ohne Süßmittel oder Kräutertee.
  • Vitaminreiches Essen: Die Vitamine A, B2, C und E helfen den Augen, indem sie z.B. für eine reibungslose Funktion der Netzhaut sorgen oder vor Zellschäden schützen.

Vitamine für die Funktionsfähigkeit der Augen

  1. Vitamin C: Zitrusfrüchte, schwarze Johannisbeeren, Hagebutte, Paprika, Apfel, Kiwi, Brokkoli, Kohl, Buschpflaume, Camu-Camu, Spinat, Rosenkohl, Grünkohl, Guave, Petersilie, Sanddorn, Acerola, Grapefruit, Mango, Orangen, Stachelbeeren.
  2. Vitamin E: Pflanzenöle, Haselnüsse, Markrelen, Lachs, Hering, Süßkartoffeln, Johannisbeeren, Mangos, Avocados, Mandeln, Forellen.
  3. Vitamin B: Milchprodukte, Brokkoli, Grünkohl, Spargel, Spinat, Avocado, Fisch, Muskelfleisch, Vollkorngetreide, Hefe, Gurken, Erbsen, Bohnen, Rosenkohl, Porree, Pifferlinge, Steinpilze.
  4. Vitamin A: Karotten, Trocken-Aprikosen, Paprika, Feldbergsalat, Rote Beete, Papaya, Süßkartoffeln, Mangos, Honigmelonen, Staudensellerie, Spinat, Kaviar, Frischer Thunfisch, Rinderleber, Chicorée, Mascarpone.

Visuell optimierter Bildschirmarbeitsplatz

Ganz entscheidend für die Gesundheit der Augen ist die visuelle Ergonomie des Arbeitsplatzes. Ein ergonomischer Bildschirmarbeitsplatz sollte folgende Kriterien erfüllen, um die optische Wahrnehmung zu entlasten:

Müde bei der Arbeit

Ein an die individuellen Sehbedürfnisse und -fähigkeiten angepasster Arbeitsplatz kann Müdigkeit der Augen und korrelierende Symptome wie Kopfschmerzen reduzieren

Entfernung des Bildschirms: Die AOK empfiehlt bei 17‘‘ ca. 60cm Abstand, bei 21‘‘ ca. 80cm Abstand und bei 24‘‘ ca. 100 cm Abstand. Dies sind wichtige Werte, da ein zu nah platzierter Monitor die Augenmuskeln überbeansprucht.

Faustregel: Mindestens eine Armlänge vom Nutzer entfernt.

Bildschirmhöhe: Die Bildschirmoberkante befindet sich idealerweise leicht unter Augenhöhe. Man sollte den Bildschirm etwa 20 bis 50 Grad unter der horizontalen Blicklinie aufstellen. Dieser Winkel entspannt und schützt vor Müdigkeit und Austrocknen. Genau deshalb ist es so wichtig, dass ergonomische Bildschirme sich in Höhe und Neigung anpassen lassen.

Bildschirmneigung und Reflexionsarmurt: Je nach individueller Präferenz sollte sich der jeweilige Monitor neigen lassen. Einserseits, um angenhem arbeiten zu können, andrerseits, um Reflexionen verhindern. Denn Spiegelungen auf einem Monitor überanstrengen das Auge und tragen zur unnötigen Blickmüdigkeit bei. Hochwertige Bildschirm verfügen daher +über das Attribut reflexionsarm Eigenschaften.

Position: Bestenfalls steht ein Bildschirm im 90° Winkel zum Fenster. Dies verhindert, dass der Nutzer bei seiner Tätigkeit durch das natürliche Licht geblendet wird.

Warnsignale der Bildschirmarbeit verstehen

Letztendlich gilt es, vor dem Auftreten ernster Probleme, wie einer möglichen Entzündung des Sehapparates, die ersten Warnsignale wahrzunehmen – ein Gespür für Stress und nötige Pausen zu entwickeln.

Zunehmender Druck im Augenbereich, erste Rötungen oder ein schummriges Kopfgefühl haben einen expliziten Aufforderungscharakter, nehmen sie das Symptom und damit sich selber ernst und wirken sie müden Augen entgegen.

Eine Pause einlegen, die Augen schweifen lassen, sich etwas vertreten. Die Zeit, die man hier angeblich beim Arbeiten verliert, holt man durch die danach wieder gestiegene Belastungsfähigkeit wieder herein.

Macht man es richtig, dann spielen effizientes Arbeiten und Schonung der eigenen Ressourcen Hand in Hand.