Der Kopf brummt manchmal bei der Arbeit, das ist bei mehrstündigen konzentrierten Tätigkeiten eine negative Begleiterscheinung und Zeichen eines harten Tages.

Belastungsspitzen existieren leider; es ist wohl normal, dass in der heutigen und stressigen Zeit so etwas mal bei der Arbeit vorkommt. Mal.

Kopfschmerzen am Arbeitsplatz loswerden – Ursachen und Tipps

Ständige Kopfschmerzen am Arbeitsplatz wirken aber nicht nur belastend und ermüdend, sondern sind ein ernstes Warnsignal. Kopfschmerztabletten helfen einmalig, sind aber als Dauerzustand keine Lösung.

Schmerzen im Kopf, die vor allem bei der Arbeit auftreten, weisen meist auf zu viel Stress, eine ungünstige Arbeitssituation oder chronische Überforderung hin.

Chronischer Kopfschmerz als Arbeitsbelastung

Es ist an der Zeit zu prüfen, wo die Überforderung liegt und ob sie zu beheben ist. Die Kopfschmerzen bei der Arbeit ernst nehmen, das ist nicht nur eine Zeichen der Selbstachtung, sondern auch ein professioneller Skill, um das Arbeitsplatz-Setting zu verbessern.

Auch der Gang zum Arzt ist anzuraten und sei es nur, um eine ernste, bisher nicht erkannte körperliche Erkrankung als Ursache der ständigen Kopfschmerzen bei der Arbeit hoffentlich auszuschließen.

Welche möglichen Ursachen für Schmerzen im Kopf bei der Büro- und Bildschirmarbeit lassen sich unterscheiden? Ein Überblick:

Auslöser und Ursachen für ständige Kopfschmerzen bei der Arbeit

  1. Verspannung als Ursache: Durch langes, monotones Sitzen im Büro bilden sich nicht selten Verspannungen im Nacken und Rücken, die Kopfschmerzen am Arbeitsplatz auslösen können.
  2. Mangelnde ergonomische Arbeitsplatzgestaltung: Für Büro- und Bildschirmarbeiter sowie für Selbstständige sind hochwertige/ergonomische Stühle und Tische wichtig. Sie verbringen täglich Stunden an ihnen. Durch ergonomische Qualität (Höhe, Material, Stabilität, Bewegungsfreiraum) können falsche Haltunge und damit Ursachen für chronische Symptome wie Kopfschmerzen reduziert werden.
  3. Einseitige Ernährung und Flüssigkeitsmangel: Wassermangel und schlechtes (zu fettes oder zu süßes) Essen begünstigen allerlei körperliche Symptome. Besonders an anstrengenden Tagen vergessen viele Heim- und Büroarbeiter schlichtweg genug zu trinken oder stopfen sich mit Süßigkeiten voll. Einmalig kein Problem, langfristig eine Risikobereich. Säfte und Mineralwasser sind neben dem für viele obligatorischen Kaffee sozusagen Jobinventar.
  4. Schlechte Luft – zu hohe/niedrige Temperaturen : Schlechte Luft ist ein weit unterschätzter Faktor. Wenn zahlreiche Geräte laufen oder die Sonne direkt in den Arbeitsraum scheint, verschlechtert sich die Luftqualität rapide. Lüften, geeignete Büropflanzen* und regelmäßige Pausen an der frischen Luft können bei diesem Punkt helfen. Die Temperatur im Büro sollte zudem gleichmäßig im moderaten Bereich liegen und nicht von der Jahreszeit abhängig sein, viele Menschen sind wetterfühlig. Zu warme Temperaturen sind oft ein (Mit-)Auslöser von Kopfschmerzen.
  5. Lärm als Stressor: Ein chronisch hoher Lärmpegel macht gereizt, das ist bekannt. Den Drucker und die lauten Geräte besser außerhalb des Büros aufstellen. Wer mit Rechnern arbeitet, sollte bei penetrantem Surren über die Anschaffung von einem leisen PC-Luefter* nachdenken. Lässt sich Lärm nicht ganz vermeiden, z.B. durch eine Baustelle in der Nähe, sollte man in der Freizeit Ruhephasen einplanen.
  6. Fehlende Bewegung: Ohne körperlichen Ausgleich stressen mehrstündige Büro- oder Schreibtischtätigkeiten den Körper besonders. Menschen sind für Bewegung geschaffen und ohne diese wird man anfälliger für allerlei Symptome wie chronische Kopfschmerzen am Arbeitsplatz. Sport nach der Arbeit und kleine Einheiten in Arbeitspausen sind für den Kreislauf eine immense Hilfe.
  7. Lichtverhältnisse: Dabei geht es sowohl um die allgemeine Raumbeleuchtung, als auch z.B. um den Kontrast zwischen Monitor und Hintergrund. Strengt man seine Augen zu sehr an, führt das oft zu Kopfschmerzen. Wichtig ist eine gleichmäßige, passende Arbeitsplatzbeleuchtung und eine augenschonende, gut strukturierte Bürogestaltung. Manchmal benötigt man aber auch einfach eine Brille, denn unscharfes Sehen führt fast immer zu Kopfschmerzen. Bei Verdacht ist es Zeit für einen Check beim Augenarzt.
  8. Privater Stress: Lange andauernde private Konflikte mit dem Partner oder Freunden sind ebenfalls Stressoren, die in die Arbeit hineinspielen können. Der Verlust von Familienmitgliedern natürlich ebenso. Helfen klärende Gespräche nicht, ist es ein Zeichen von Mut und Selbstbewusstsein, sich professionelle Hilfe zu holen (Beratung etc.)
  9. Unerkannte Erkrankung: Manchmal liegt die Ursache des Kopfwehs nicht bei der Arbeit oder in privatem Stress, sondern in einer bisher nicht erkannten Erkrankung. Besonders chronische Symptome sollte man zur eigenen Sicherheit mit dem Arzt des Vertrauens durchsprechen.

Was ist am besten gegen Kopfschmerzen am Arbeitsplatz?

Zunächst ist es nötig, dass man sich deutlich macht, welche möglichen Ursachen für Kopfschmerzen beim Job beeinflussbar sind und welche nicht. Manchmal gibt es z.B. in kleinen Betrieben oder bei Heimarbeitern nur einen, vielleicht nicht sonderlich guten Büroraum.

Nicht beeinflussbare Ursachen der Arbeits-Kopfschmerzen erkennen:
Bei den nicht beeinflussbaren Ursachen ist eine harte Entscheidung notwendig: Erträgt man die belastenden Gründe und kann sie voraussichtlich in den anderen Bereichen kompensieren (Sport, Freizeitaktivität, Ernährung…) oder ist es richtig, sich der Situation nicht mehr auszusetzen?

Das wäre dann ein Wechsel des Arbeitsplatzes im Interesse der Gesundheit, aber natürlich mit finanziellem Risiko verbunden und ein mutiger Schritt.

Bei verständnisvollen Arbeitgebern mit vorhandenen Handlungsoptionen hilft nicht selten ein ehrliches Gespräch, um eine andere Tätigkeit in einem verbesserten Umfeld des Betriebes zu bekommen. Aber darauf besteht natürlich kein Anspruch.

Hilfe bei Spannungskopfschmerzen

Beeinflussbare Ursachen der ständigen Kopfschmerzen am Arbeitsplatz angehen:
Schaut man auf die beeinflussbaren Ursachen, dann ist es nun an der Zeit, tätig zu werden, für sich zu sorgen.

Der Schritt vom Erkennen, Diskutieren bis zum Handeln ist nicht ohne Aufwand zu schaffen und fällt vielen Menschen nicht leicht. Aber er nötig, um den arbeitsbedingten Kopfschmerz loszuwerden.

Möglichkeiten, etwas zu ändern im Überblick:

  • Sport treiben, einen Gegenpol zur Arbeit mit wenig Bewegung setzen
  • Bewusste Freizeitaktivitäten, die Spaß machen, um sich zu entspannen (Kino etc.)
  • Verbesserte und gesündere Ernährung
  • Mehr Wasser/säfte trinken
  • Überstunden reduzieren
  • Büro so weit wie möglich ergonomisch gestalten
  • Arbeitszeit in Absprache reduzieren?
  • Privaten Stress angehen (Beratung, Therapie)
  • Bekommt man genügend Schlaf? – lässt sich die Schlafsituation verbessern?
  • Sich einfach etwas gönnen
  • Falls möglich: Das Gespräch mit Kollegen und Vorgesetzten suchen
  • Helfen eventuell Massagen? Ein Thema für ein Arztgespräch
  • Sich privat abgrenzen, Zeit für sich haben, nicht immer verfügbar sein
  • Bewusst Pausen bei der Arbeit machen, zu Hause Ruhephasen einlegen
  • Falls alles nichts hilft und somit die letzte Option: Wechsel des Arbeitsplatzes oder sich zur Regeneration Krankschreiben lassen, um Zeit zum Nachdenken zu bekommen

Der neue Sport, die bessere Ernährung, die Abdunklung des Schlafzimmers mit geeigneten Jalousien oder auch die ergonomische Gestaltung des Büros haben folglich definitiv Vorrang.

Dafür muss man sich einsetzen und zwar gegen alle alten Gewohnheiten und bisweilen auch Unverständnis. Das kostet sicher Kraft.

Die sich aber lohnt, denn der Effekt ist hoffentlich der Rückgang der ständigen Kopfschmerzen am Arbeitsplatz und eine allgemein bessere Lebensqualität!

Ständige Kopfschmerzen am Arbeitsplatz signalisieren Handlungsbedarf. Die Ursachen für die Schmerzen bei der Arbeit können in unterschiedlichen Feldern angesiedelt sein. Nach dem Erkennen und Besprechen ist es wichtig, Veränderungen einzuleiten, um gesund weiter arbeiten zu können und die Kopfschmerzen los zu werden.