Große Hitze macht den meisten Menschen zu schaffen. Besonders dann, wenn man Leistung im Arbeitsleben bringen soll. Das gilt für professionelle Sportler ebenso wie für Menschen, die in überhitzten und mitunter auch schwülen Büroräumen konzentriert arbeiten müssen.

Hitzefrei gibt´s nur für Schüler, Erwachsene haben selten die Wahl. Leider sind nicht alle Büros bzw. Arbeitsräume mit Klimaanlagen ausgestattet. Die Qualität der Arbeit leidet, ebenso der mentale und körperliche Zustand der Menschen, die während extremer Bedingungen im Sommer ihren Job erledigen müssen.

Doch es lässt sich glücklicherweise etwas machen, um Abhilfe zu schaffen. Im Artikel finden sich Tipps und Hinweise, um bei zu großer Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit den Arbeitstag meistern zu können.

Lösen können diese das Problem natürlich nicht zu 100%, doch die Anregungen und Vorschläge helfen anteilig, um berufstätige Menschen an ungewöhnlich heißen Tagen und bei schwülen Bedingungen zu schützen.

Hitze und hohe Feuchtigkeit im Büro als Risikofaktor

Schwüle und Hitze im Büro gelten als doppelte Risikofaktoren. Zunächst können derartige Bedingungen den Kreislauf überfordern und massives Unwohlsein nach sich ziehen. Besonders betroffen davon sind Menschen mit Vorerkrankungen, Ältere sowie schwangere Frauen.

Kurzum: Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit gehen auf die Gesundheit. Darüber wirkt sich eine Extremwetterlage im Sommer deutlich auf die Arbeitsqualität aus. Tempo und Fehlerfreiheit nehmen ab; ein Problem in Jobs mit hoher Arbeitsdichte.

Neben dem individuellen Wohlbefinden leidet somit vor allem die Leistungsfähigkeit berufstätiger Menschen unter ungünstigen klimatischen Bedingungen.

Folgen zu hoher Raumtemperaturen

  1. Bei etwa 23 Grad bringen Menschen die volle Arbeitsleistung. Dieser Wert sinkt bei zunehmender Temperatur linear. Herrschen im Arbeitszimmer Temperaturen von 30 Grad, dann erlangen die Betroffenen nur 70 Prozent ihrer möglichen Leistung
  2. Bei 30 Grad tippen Büroangestellte nur noch halb so schnell wie bei 20 Grad
  3. Je wärmer, desto eher treten Symptome wie Kopfschmerzen, Dehydrierung, fehlender mentaler Fokus oder Reizbarkeit auf
  4. Abhängig von Ernährung und individueller Fitness werden an heißen Tagen in den Büroräumen Kreislaufprobleme tendenziell wahrscheinlicher
  5. Schwangere Frauen, ältere Mitarbeiter und Angestellte mit Vorerkrankungen leiden besonders unter klimatisch ungünstigen Verhältnissen

Tipps gegen belastende Hitze im Büro

Die folgenden Hinweise decken unterschiedliche Bereiche ab, sie umfassen Raumoptimierungen, Ernährungshinweise und Verhaltenstipps. Nicht jede Idee ist in allen Jobs umzusetzen, dennoch helfen die Interventionen anteilig, um zu heiße Tage besser zu meistern.

Abdunkeln und Stoßlüften

Wenn die Luft noch frisch und vergleichsweise kühl ist, dann macht es Sinn, alle Fenster weit zu öffnen und richtig zu lüften. Die frische Morgenluft belebt und macht munter.

Generell gilt: Je heißer und schwüler der Tag, desto schlechter wird die Luft im Tagesverlauf, daher sollte man die Vormittagszeit zum Luftaustausch nutzen. Abdunkeln hilft zudem dabei, die Sonne „auszusperren“. Jalousien und Vorhänge erhöhen die Chancen, die Hitze draußen zu lassen.

Unnötige Warmluftquellen abschalten

Wenn es eh schon sehr warm in den Arbeitsräumen ist, dann treiben Geräte wie Drucker, Kopierer, Monitore, ladende Smartphones und natürlich aktive Computer die Temperatur zusätzlich nach oben.

Als Mitarbeiter hat man zwar keinen absoluten, wohl aber einen partiellen Einfluss auf die richtige Temperatur am Arbeitsplatz. Man sollte daher jene technische Geräte deaktivieren, die im Augenblick nicht benötigt werden, um unnötige Hitzebelastungen an schwierigen Tagen zu vermeiden.

Denn deren Abwärme treibt die hohe Temperatur nämlich weiter in die Höhe. Und es macht durchaus einen Unterschied, ob das Klima im Büro schwierig oder unerträglich ist. Schalten Sie nicht benötigte technische Geräte daher ab.

Luftentfeuchter bei schwül-warmen Bedingungen zur Regulation nutzen

Hitze alleine kann schon sehr anstrengend sein. In den letzten Jahrzehnten haben sich europaweit allerdings Wetterlagen etabliert, in denen diese Hitze sehr schwül ausfällt. Diese Phasen wirken dadurch noch belastender auf das Kreislaufsystem. Meist folgen solch „drückenden“ Tagen dann schwere Gewitter, Hagel und Starkregen.

Um die Luftfeuchtigkeit im Hochsommer zu reduzieren, lassen sich Luftentfeuchter verwenden. Sie verbessern, wenn ihre Leistungsfähigkeit auf die Größe des Büros ausgerichtet ist, das Klima deutlich und leisten ihre Part, um das Büroklima zu optimieren.

Tischventilatoren im Büro sinnvoll zur Kühlung einsetzen

Tischventilatoren* kühlen durch die Bewegung der Luft und helfen den Menschen zu Hause und im Büro zudem mental, weil sich die wehende Luft einfach gut anfühlt.

Sie sollten allerdings nicht auf das Gesicht „zielen“, sondern die Luft in Richtung Oberkörper bewegen. Nur richtig eingestellt helfen sie dabei, sich an heißen Tagen abzukühlen und besser zu fühlen.

Im Gegensatz zu einer Klimaanlage fallen die Anschaffungskosten für die kleinen Helfer relativ niedrig aus.

Viel Trinken und leichte Lebensmittel bevorzugen

Natürlich sollte man sich immer gut und ausgewogen ernähren. Hohe Temperaturen weisen diesem Aspekt eine nochmals gesteigerte Bedeutung zu. In Hinblick auf die Wasserversorgung sollte an heißen Tagen bewusst und regelmäßig viel Wasser getrunken werden, da der Flüssigkeitsverlust durch das verstärkte Schwitzen höher ausfällt.

Zudem gilt es, den Körper nicht unnötig durch schwer verdauliches Essen zu belasten: Daher sollten die Betroffenen auf zu scharfe Speisen verzichten. Diese treiben den Schweiß auf die Stirn und verstärken den Flüssigkeitsverlust.

Auch zu schwere Speisen gehen auf den Kreislauf; ideal sind Salate sowie frisches Obst und Gemüse. Alkohol und große Mengen Kaffee sind nicht empfehlenswert.

Abbildung: eine leichte Mahlzeit

Wichtig an schwül-heißen Arbeitstagen: Reichlich trinken und möglichst leichte Kost auswählen, um den Magen und den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten

Extra Kühlung für Hände und Füße

Spürt man das Ansteigen der Temperatur, dann hilft es vielen Menschen, wenn sie alle ein bis zwei Stunden ihre Hände unter kaltes Wasser halten. Diese Vorgang erfrischt und bietet zudem einen kurzen Moment der Ruhe.

Dieser Hinweis ist leicht umzusetzen. Ideal wäre auch ein Fußbad, aber diese Kühlung ist natürlich nicht in jedem Job möglich. Sie eignet sich eher für Selbstständige, die von zu Hause aus tätig sind.

Experten empfehlen, die Abkühlung von Händen und Füßen zudem mental zu begleiten: Man verstärkt den positiven Effekt, indem das erfrischende und kühlende Verhalten auch visualisiert wird.

Es lässt sich zum Beispiel vorstellen, wie der eigene Körper in einen kühlen See eintaucht oder wie die Hände in den kalten Kühlschrank greifen. Diese Idee klingt vielleicht anfangs etwas schräg, aber der Kopf spielt bei der Bewältigung von Hitze ebenfalls eine Rolle.

Lockere Bekleidung

Je heißer es ist, desto mehr macht es Sinn, die Kleidung locker und luftig zu gestalten, um den eigenen Körper zu schonen. Ein sensibler Aspekt, der natürlich mit den Vorgaben einiger Arbeitgeber kollidieren könnte – je nach Branche und Image.

Da Arbeitgeber aber auch in der Pflicht stehen, ihre Angestellten zu schützen (siehe unten), sollten sie in Extremsituationen in Hinblick auf die Kleidung flexibel und im Sinne der angestellten Menschen agieren.

Erholung und mentale Anpassung

Menschen kommen mit widrigen Bedingungen dann besser zurecht, wenn sie mental darauf eingestellt sind. Sind die anstehenden Temperaturen bekannt, dann gilt es, sich auf den heißen Bürotag optimal vorzubereiten.

Schon mal extra Wasserflaschen mitnehmen, nicht zu viele Aktivitäten für die Zeit nach der Arbeit planen, realistische Erwartungen entwickeln und vor allem für einen erholsamen Schlaf sorgen – all dies lässt sich im Kopf schon mal durchgehen.

Man hat die Situation erkannt und passt sich an, sie kann die Betroffenen daher nicht mehr so negativ überraschen oder gar übermannen.

Je belastender der Arbeitstag, desto wichtiger sind die richtigen Bedingungen beim Schlaf. Nur dann tritt die so dringend benötigte Regeneration ein. Ein kühles und abgedunkeltes Schlafzimmer ist bei extremen klimatischen Phasen Gold wert.

Pausen im Freien verbringen

Hilfreich ist es, die Pausen außerhalb der heißen Bürozimmer zu verbringen. Natürlich gilt es, der knallenden Sonne zu entgehen. Ein schattiges Plätzchen schützt einerseits vor zu viel Sonne und bietet dennoch Raum für Entspannung und Erholung.

Anpassung der Arbeitszeiten

Auch auf organisatorischer Ebene kann etwas bewegt werden: Je nach örtlicher Gegebenheit und nach entsprechenden Absprachen könnte zum Beispiel die Arbeitszeit an die Situation angepasst werden.

Ein früherer Start bewirkt, dass eher Schluss ist, sodass viele Menschen vor einem Büroglühofen am Nachmittag geschützt werden. Dies ist besonders sinnvoll, wenn die Sonne nach dem Mittag genau auf die Büroräume zielt.

Womöglich ist aber auch eine längere Mittagspause die provisorische Lösung. Wird es gegen Abend etwas kühler, dann kann der Rest der Tätigkeit in dieser weniger sonnenintensiven Phase absolviert werden.

Natürlich müssen alle Beteiligten mit dieser Übergangsoption einverstanden sein und sie in ihr Leben integrieren können. Vermutlich eignet sich dieser Weg eher für Selbstständige zu Hause, die generell flexibel arbeiten und mehr Entscheidungsfreiheit besitzen.

Rechtliche Aspekte – Fürsorgepflicht des Arbeitgebers

Ein Hitzefrei im Büro wie damals in der Schule? Das ist in der modernen Arbeitswelt unrealistisch, selbst bei hohen Werten um die 30 Grad. Dennoch stehen die Arbeitgeber in der Fürsorgepflicht, denn Menschen sind eben nicht unendlich belastbar.

Ein Arbeitgeber muss allerdings auf heißes Wetter reagieren, um absehbare negative Folgen für die Mitarbeiter auszuschließen. Grundlage für diesen Anspruch sind Arbeitsschutz, die Fürsorgepflicht und der Arbeitsstättenverordnung.

Die Arbeitsstättenverordnung greift das Thema zwar inhaltlich auf, verzichtet aber auf die Nennung eindeutiger Werte: Sie fordert für Arbeitsräume gesundheitlich zuträgliche Raumtemperaturen und einen sinnvollen Schutz gegen übermäßige Sonneneinstrahlung.

Besonders geschützt werden:

  • schwangere Frauen
  • ältere Mitarbeiter
  • Menschen, die unter dem freien Himmel arbeiten

Praktisch sollte der Arbeitgeber den effizienten Einsatz des Sonnenschutzes und der Lüftungseinrichtungen gewährleisten. Eine Verlagerung der Arbeitszeit sowie die situative Lockerung der Bekleidungsregeln sind ebenfalls Themen, über die sich das Management im Sinne ihrer Angestellten Gedanken machen sollte. Darüber hinausgehend werden Firmen an Risikotagen angehalten, erfrischende Getränke bereit zu stellen.

Arbeitsstättenregel ASR A3.5

Seit 2010 legt die Arbeitsstättenregel ASR A3.5 Raumtemperatur zudem greifbare Werte und Temperaturen fest. Zu betonen ist in diesem Kontext, dass zwar klare Richtwerte genannt werden, die Vorgaben an Arbeitgeber aber „nur“ einen Soll-Charakter aufweisen. Details und weiterführende Informationen bietet dieser Artikel.

Zu betonen ist diesem Kontext zudem, dass der Umgang einer Firma mit ihren Mitarbeitern einen Imageaspekt darstellt, der sich nachhaltig auf den allgemein Ruf auswirken kann.

Kündigung als Ultima Ratio

Die eigene Gesundheit hat Priorität: Ist es regelmäßig zu heiß und will der Arbeitgeber seinen Pflichten nicht nachkommen, dann sollte man über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken.

Dies kann natürlich nur der letzte Schritt sein, wenn vorher alle Lösungsoptionen gescheitert sind und man bereits merkt, dass die Gesundheit durch die oftmals zu hohen Temperaturen leidet. In professionell und modern geleiteten Betrieben sollte so etwas schlichtweg so gut wie nie vorkommen.

Fazit: Umgang mit Hitze und Schwüle in Büroräumen

Große Hitze und immense Schwüle stellen gravierende Belastungsfaktoren im Büro oder am Arbeitsplatz allgemein dar. Das gilt um so mehr, je länger der belastende Zustand andauert. Die im Artikel genannten Tipps und Hinweise helfen anteilig dabei, zu Temperaturen bei der Arbeit zu meistern und negative Wirkungen zu reduzieren. Die grundlegende Ursache, die belastende Wetterlage, können sie jedoch nur mildern und somit bedingt „abpuffern“. Wer die Tipps umsetzt und sich dennoch weiterhin schlecht fühlt, sollte daher ärztliche Hilfe konsultieren. Denn die Empfindlichkeit gegenüber extremen Wetterlagen variiert natürlich von Mensch zu Menschen.