Der Faktor Temperatur am Arbeitsplatz oder im heimischen Büro wird oft unterschätzt.

Wie bei anderen leistungsfördernden oder – mindernden Gegebenheiten muss man sich allerdings nur vor Augen halten, dass man dem Büroklima schlichtweg die ganze Zeit ausgesetzt ist. Das können 8 Stunden am Tag sein, mitunter sogar deutlich mehr.

Die richtige Temperatur am Arbeitsplatz finden

Die richtige Raumtemperatur ermöglicht beim Arbeiten die optimale Konzentrations- und Leistungsfähigkeit. Um einen Vergleich mit dem Schiedsrichter beim Fußball zu bemühen: Am besten man bemerkt ihn nicht, dann steht das flüssige Spiel im Vordergrund.

Gleiches gilt für die Temperatur am Arbeitsplatz, sie sollte nicht auffallen. Wie bei anderen Stressoren gilt: Es steigt das Risiko negativer Folgen bei chronisch schlechten Gegebenheiten.

Zu warmes Arbeitsklima am Arbeitsplatz vermeiden

Selbst während des Sommers in seiner Hochphase sollte sie idealerweise niemals über 26 Grad Celsius klettern. Arbeiter, Angestellte und Heimarbeiter können sonst im schlechtesten Fall Herz-Kreislauf-Probleme bekommen, Abhilfe schaffen leise arbeitende Klimageräte*.

Beschwerden in zu warmen Arbeitsräumen

Dass Konzentration, Ausdauer und Effektivität bei hohen Temperaturen leiden, kommt noch hinzu. Folgende Übersicht verdeutlicht bekannte Beschwerden:

  • Kopfschmerzen
  • Erkältungen und Grippeneigung
  • Bindehautprobleme / trockenes Auge
  • Allergien
  • Übelkeit und Schwindelgefühle
  • Ermüdungserscheinungen

Richtwerte für die Bürotemperatur

Existiert mit 26 Grad ein Warnwert für bedenklich aufgeheizte Temperaturen am Arbeitsplatz, so fehlt für frostige Tage ein expliziter Hinweis. Spätestens, wenn man in seiner normalen Arbeitskleidung friert, ist die Heizung anzustellen.

Ein rechtlicher Anspruch für hitzefrei oder klimatisierte Räume existiert hingegen nicht.

Bei 28 Grad Celsius sinkt die Leistungsfähigkeit um nahezu ein Drittel – sind es 33 Grad Celsius, dann sinkt sie auf 50 Prozent.

Die immer perfekte Temperatur bei der Arbeit existiert nicht. Je nachdem, ob man sich viel bewegt oder nur sitzt, kann der optimale Bereich schwanken. Dazu kommen individuelle Vorlieben, die man bei gemeinsamer Büroarbeit sicher diskutieren kann.

Für Büroarbeit (hier: leichte Tätigkeiten im Sitzen) sind Temperaturen um die 20 Grad Celsius als guter Erfahrungswert angegeben.

Direkte Sonneneinstrahlung verhindern

Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung sollte besonders im Sommer etwa in Form von Jalousien* realisiert werden. Wer mitdenkt, stellt den Angestellten Wasser oder bei Bedarf Kappen zu Verfügung.

Grenzwerte der Bürotemperatur

Sind es 30 Grad, ist der Arbeitgeber gefordert zu handeln – 35 Grad signalisieren das Ende der Toleranzschwelle. Der Arbeitgeber muss dann für angemessene Temperaturen sorgen und seinen Angestellten Ausweichmöglichkeiten bieten.

Zu beachten ist, dass EDV-Geräte die Wärmebelastung grundsätzlich steigern.

Luftqualität beachten

Neben der Temperatur weist die Luft im Büro weitere Merkmale auf: Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung (Zugluft) und Luftqualität.

Es ist wichtig, regelmäßig zu lüften, um – besonders in geheizten Räumen in Winter – extrem trockener und damit qualitativ belastender Luft vorzubeugen. Der Sauerstoffanteil darf nicht zu gering werden.

Drucker und Kopierer, Lösemittel in Büromaterialien beeinträchtigen die Luftqualität ebenso, wie minderwertige Klimaanlagen: Es gibt viele mögliche Ursachen für schlechte Luftqualität.

Besser mehrmals täglich 5-10 Minuten Stoßlüften, als das Fenster permanent zu kippen!

Natürlich ist es wichtig, nicht in möglicher Zugluft zu sitzen, um Erkältungen und Verspannungen zu vermeiden.

Empfohlener Bereich der Luftfeuchtigkeit

  1. Berufsgenossenschaften nennen 30 Prozent Luftfeuchtigkeit als Minimum, das Maximum liegt bei 50 Prozent
  2. Mit einem Hygrometer lässt sich der Wert schnell bestimmen
Suche: Hygrometer – Luftfeuchtigkeit im Büro bestimmen

Arbeitsplatz-Temperatur als Qualitätsfaktor

Das Klima der Arbeitsumgebung bzw. die Temperatur am Arbeitsplatz wirkt sich entscheidend auf Gesundheit und Wohlbefinden aus. Sie markiert einen relevanten Einflussfaktor im Rahmen der Ergonomie des Arbeitsplatzes, da man ihr ständig ausgesetzt ist.

Wird sie beachtet und entsprechend reguliert, dann leistet eine optimierte Temperatur am Arbeitsplatz ihren Beitrag zu einem aus psychologischer und aus motivationaler Sicht guten „Klima“.